BMW Aktie: i3 Touring 2027 mit 900 Kilometern
BMW-Aktie erholt sich leicht vom Rekordtief, bleibt aber stark unter Druck. China-Geschäft belastet, während die Neue Klasse 2027 neue Impulse bringen soll.

- Aktie steigt nach 52-Wochen-Tief
- China-Geschäft belastet deutsche Autobauer
- Neue Klasse als technologischer Hoffnungsträger
- Charttechnik zeigt mögliche Bodenbildung
BMW markiert am Mittwoch ein neues 52-Wochen-Tief bei 56,72 Euro. Dann dreht die Stimmung. Die Aktie schließt bei 58,78 Euro, ein Plus von 2,79 Prozent. Der Kurs bleibt trotzdem 38,72 Prozent unter dem Stand von Jahresbeginn.
China bremst die deutschen Autobauer
Die Zahlen zeigen ein strukturelles Problem. BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen liefern im ersten Halbjahr 2026 zusammen rund 6,3 Millionen Fahrzeuge aus. Das sind 6 Prozent weniger als im Vorjahr.
China bereitet die größten Sorgen. Lokale Wettbewerber gewinnen dort massiv Marktanteile. Das Verbrennergeschäft der deutschen Hersteller gerät unter Druck, und auch die eigenen E-Modelle verkaufen sich schlechter als erhofft. Die Marktkapitalisierung von BMW liegt aktuell bei 35,30 Milliarden Euro.
Neue Klasse als Hoffnungsträger
Einen Lichtblick liefert die künftige Modellstrategie. In München sichten Beobachter Prototypen des neuen BMW i3 Touring mit Entwicklungscode NA1. Das Modell soll 2027 auf den Markt kommen und basiert auf der „Neuen Klasse“ mit der sechsten Generation des eDrive-Antriebs.
Die Technik dahinter klingt ambitioniert. Neue Rundzellen im Format 46xx sollen die Energiedichte um 20 Prozent steigern. Bei einer Batteriekapazität von rund 109 kWh strebt BMW eine Reichweite von bis zu 900 Kilometern nach WLTP-Standard an.
Die 800-Volt-Architektur soll zudem schnelles Laden ermöglichen. Bis zu 400 kW Ladeleistung sollen einen Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in nur 21 Minuten schaffen. Analysten sehen darin die Chance, den technologischen Abstand zu chinesischen Herstellern und Tesla zu verkleinern.
Branchendruck und politische Fragen
Auch Mercedes-Benz und Volkswagen verbuchen am Mittwoch Kursgewinne. Das Branchenumfeld bleibt trotzdem angespannt. Volkswagen plant Berichten zufolge größeren Stellenabbau und Werksschließungen, um die Kosten an die neue Marktlage anzupassen.
Hinzu kommt politische Unsicherheit. Bundeskanzler Friedrich Merz nannte den möglichen Einstieg chinesischer Autobauer in deutsche Fabriken kürzlich eine „Notlösung“ zur Sicherung der Auslastung. BMW geht solche Partnerschaften bereits ein: Im Joint Venture Spotlight Automotive mit Great Wall Motor produziert der Konzern elektrische Mini-Modelle.
Charttechnik zeigt Bodenbildungsversuch
Der Kurs bleibt technisch angeschlagen. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 67,88 Euro fehlen 13,41 Prozent, zur 200-Tage-Linie bei 81,71 Euro sind es sogar 28,06 Prozent Abstand. Der RSI von 36,8 deutet auf einen beginnenden Bodenbildungsversuch hin, nachdem die Aktie in den vergangenen Wochen deutlich verloren hatte.
Die Schwankungsbreite bleibt hoch: Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 32,57 Prozent. Die anstehenden Quartalszahlen dürften zeigen, wie stark das China-Geschäft die Margen von BMW im zweiten Quartal belastet hat.
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