BMW Aktie: Indexentscheidung am 1. September
BMW droht der Verlust des EuroStoxx-50-Platzes, während Analysten nach schwachen Quartalszahlen ihre Urteile anpassen. Die Entscheidung fällt am 1. September.

- Möglicher EuroStoxx-50-Ausschluss droht
- Schwache Quartalszahlen belasten Aktie
- Analysten uneins über BMW-Zukunft
- China-Absatz bricht um ein Drittel ein
BMW kämpft an zwei Fronten gleichzeitig. Zum einen zerlegen Analysten die schwachen Quartalszahlen, zum anderen droht der Verlust eines Index-Platzes, den viele Fondsmanager automatisch nachbilden. Am Freitag schloss die Aktie bei 59,46 Euro, ein Minus von 1,69 Prozent.
Indexrauswurf im September droht
JPMorgan-Stratege Pankaj Gupta hat nachgerechnet. Sein Ergebnis: BMW erfüllt die Verbleibe-Kriterien für den EuroStoxx 50 nicht mehr. Auch Volkswagen und der niederländische Informationsdienstleister Wolters Kluwer stehen auf der Kippe.
Der Grund liegt in der Free-Float-Marktkapitalisierung. Wer hier auf Platz 61 oder schlechter landet, fliegt raus. BMW liegt aktuell auf Platz 62, VW auf Platz 64, Wolters Kluwer auf Platz 63.
Als mögliche Nachrücker gelten Societe Generale, Engie sowie eventuell E.ON oder Nokia. ISS Stoxx will die Entscheidung am Dienstag, den 1. September, nach US-Handelsschluss bekanntgeben. Die Änderungen würden dann am 21. September in Kraft treten.
Ein Rauswurf hätte direkte Folgen. Indexnahe Fonds müssten ihre BMW-Positionen abbauen. Das könnte kurzfristig zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.
Analysten uneins nach Quartalszahlen
Parallel zur Indexdebatte sortieren Analysten ihre Einschätzungen neu. Bernstein Research bleibt bei „Outperform“, senkt aber das Kursziel von 85 auf 82 Euro. Analyst Stephen Reitman verweist darauf, dass die Erwartungen ohnehin schon niedrig waren – BMW hatte die Jahresprognose bereits im Juni gekappt. Jetzt komme es darauf an, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
Andere Häuser urteilen härter. Die DZ Bank stuft BMW auf „Halten“ herunter und nennt einen fairen Wert von 65 Euro. RBC Capital Markets sieht die Aktie bei „Sector Perform“. JPMorgan Chase dagegen vergibt in einer separaten Analyse ein „Overweight“-Rating.
Das Bild bleibt gespalten. Vorsichtiger Optimismus trifft auf klare Zurückhaltung.
Schwaches China-Geschäft als Belastung
Die kritischen Töne kommen nicht von ungefähr. BMW meldete für das zweite Quartal einen Umsatzrückgang um 8 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge in der Autosparte sackte auf 2,3 Prozent ab.
Der Hauptgrund liegt in China. Der Absatz brach dort im zweiten Quartal um fast ein Drittel ein. Neuer BMW-Chef Milan Nedeljkovic macht dafür rückläufige Verkäufe und einen intensiveren Wettbewerb verantwortlich. Er bestätigte die bereits im Juni gesenkte Konzernprognose.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, bei einem RSI von 46,8 – weder überkauft noch überverkauft. Die eigentliche Entscheidung fällt aber nicht im Chart, sondern am 1. September. Dann zeigt sich, ob BMW im EuroStoxx 50 bleibt oder Platz für einen Nachrücker macht.
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