BMW Aktie: Margen-Halbierung auf 1–3 Prozent

BMW-Aktie erholt sich leicht von starken Verlusten, bleibt aber unter Druck. Analysten sehen trotz Margenschock und China-Schwäche Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Leichte Erholung nach dramatischem Kursrutsch
  • Gewinnziel-Halbierung belastet die Aktie
  • China-Schwäche und Kosten als Hauptgründe
  • Aktionäre profitieren von Stimmrechtsänderung

Starke Marke, schwache Margen. Bei BMW klaffen Anspruch und Realität aktuell weit auseinander. Mitte Juni kappte das Management die Gewinnziele dramatisch. Seitdem versucht das Papier, sich aus dem tiefen Tal zu befreien.

Zum Wochenabschluss notierte die Aktie bei 60,66 Euro. Auf Wochensicht bedeutet das ein leichtes Plus von knapp drei Prozent. Die desaströse Jahresbilanz rettet das allerdings kaum. Seit Januar verlor das Papier fast 37 Prozent an Wert.

Erst Ende Juni markierte der Kurs bei 57,06 Euro ein neues Jahrestief. Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt liegt weiterhin bei rund 15 Prozent. Die Aktie hat sich zwar von extrem überverkauften Niveaus gelöst. Ein echter Aufwärtstrend lässt aber auf sich warten.

Margen-Schock und niedrige Bewertung

Ursache für den Preisverfall ist die deutliche Prognosesenkung. Das Management nennt drei Hauptgründe. China schwächelt. Der Konflikt im Nahen Osten belastet. Obendrein drücken interne Strukturkosten auf die Bilanz.

Die Konsequenz fällt im Autogeschäft massiv aus. Der Konzern halbierte seine Margen-Erwartungen drastisch. BMW peilt nun nur noch eine operative Rendite von eins bis drei Prozent an.

Marktbeobachter verweisen indes auf die günstige Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund sieben preist der Markt viel Pessimismus ein. Die DZ Bank senkte im Zuge der Gewinnwarnung ihren fairen Wert auf 75 Euro. Die Analysten halten aber an der Kaufempfehlung fest.

Aktionäre erhalten mehr Stimmrechte

Trotz der operativen Probleme hält der Vorstand an seinen Ausschüttungsplänen fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin einen milliardenschweren freien Mittelzufluss. Aktionäre sollen wie geplant zwischen 30 und 40 Prozent des Gewinns erhalten.

Parallel dazu vereinfachte der Autobauer seine Kapitalstruktur. Anfang Juli wandelte BMW alle verbliebenen Vorzugsaktien direkt in reguläre Stammaktien um. Dadurch steigt der Streubesitz der stimmberechtigten Papiere um rund 19 Prozent.

Neue Impulse stehen bereits im Kalender. Am 10. Juli liefert ein Analysten-Anruf erste Details zur aktuellen Geschäftsentwicklung. Die vollständige Halbjahresbilanz präsentiert das Management am 30. Juli. Dann legt der Konzern konkrete Verkaufszahlen für das abgelaufene Quartal vor. Fällt das China-Geschäft dabei noch schwächer aus als befürchtet, droht der Aktie neuer Abwärtsdruck.

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