BMW Aktie: Mercedes-Effekt treibt auf 59,98 Euro
BMW-Aktie steigt vor eigenen Quartalszahlen um vier Prozent. Analysten sehen trotz China-Schwäche Potenzial, Kursziel liegt 50 Prozent über aktuellem Niveau.

- Kursplus von vier Prozent vor Zahlen
- Mercedes-Ergebnis beflügelt gesamte Branche
- China-Geschäft bleibt größte Herausforderung
- Deutsche Bank bestätigt Kaufempfehlung
BMW-Aktionäre bekommen einen Tag vor den eigenen Halbjahreszahlen schon mal eine Kostprobe der Stimmung. Der Kurs schoss am Dienstag um 4,06 Prozent auf 59,98 Euro nach oben. Der Auslöser kam allerdings nicht von BMW selbst, sondern aus Stuttgart.
Mercedes liefert die Steilvorlage
Mercedes-Benz hatte am Dienstag seine Zweitquartalszahlen vorgelegt. Der Umsatz sank zwar um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg trotzdem um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.
Der Analystenkonsens hatte bei 1,6 Milliarden Euro gelegen. Mercedes verfehlte die Erwartungen also leicht. Die Börse reagierte trotzdem positiv: Anleger honorierten die Kostensenkungen, die Aktie legte zeitweise über fünf Prozent zu.
Dieser Effekt strahlte auf die gesamte Branche aus. Auch BMW-Papiere profitierten deutlich, obwohl der Autobauer selbst noch keine Zahlen präsentiert hatte.
China bleibt das große Problem
Am Donnerstag, den 30. Juli, folgt der eigentliche Test für BMW. Bereits im Juni hatte der Vorstand die Jahresprognose gesenkt. Grund war die schwache Entwicklung in China.
Die negative Entwicklung im chinesischen Automarkt hat sich im zweiten Quartal weiter beschleunigt. Besonders betroffen sind nicht-elektrifizierte Fahrzeuge. Die China Passenger Car Association hat ihre Marktprognose für das Gesamtjahr mehrfach nach unten korrigiert.
Der Wettbewerbsdruck in China und der Region Asien-Pazifik trifft BMW direkt. Positive Volumenentwicklungen in Europa und den USA können das nicht ausgleichen. Hinzu kommen einmalige Belastungen im zweiten Halbjahr: BMW will seine Struktur- und Effizienzmaßnahmen beschleunigen, was das Ergebnis zunächst zusätzlich drückt.
Deutsche Bank bleibt trotz Gegenwind optimistisch
Die Deutsche Bank hat ihre Kaufempfehlung für BMW jüngst bestätigt und ein Kursziel von 90 Euro genannt. Die Analysten rechnen für das zweite Quartal dennoch mit erheblichen Belastungen. Das Kursziel liegt damit rund 50 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Erst am 24. Juli hatte die Aktie mit 56,40 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Auf Jahressicht steht BMW mit -35,80 Prozent tief im Minus, zuletzt stabilisierte sich der Kurs aber auf Wochen- und Monatssicht mit Zugewinnen von jeweils rund 3,6 bis 3,7 Prozent.
Am Donnerstag zeigt sich, ob BMW den Mercedes-Effekt bestätigen kann. Entscheidend wird sein, ob sich die angekündigte Kostendisziplin bereits in den Zahlen niederschlägt. Gelingt BMW ein ähnlicher Auftritt wie der Konkurrenz aus Stuttgart, könnte die Aktie nach Monaten der Schwäche zusätzlichen Rückenwind bekommen.
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