BMW Aktie: Nedeljković übernimmt von Zipse

Milan Nedeljković übernimmt die BMW-Führung und setzt auf Effizienzsteigerung sowie eine stärkere Unabhängigkeit von externen Partnern.

Die Kernpunkte:
  • Führungswechsel bei BMW eingeleitet
  • Produktivität pro Mitarbeiter gesunken
  • China-Strategie mit lokalen Einheiten
  • iX3 mit 400 kW Ladeleistung geplant

Ein neuer Chef, ein neuer Ton. Milan Nedeljković löst Oliver Zipse an der BMW-Spitze ab und macht sofort klar: Der Konzern muss schneller, schlanker und unabhängiger werden.

Produktivität sinkt, Druck steigt

Nedeljkovićs Antrittsrede war keine Motivationsrede. Er warnte vor wachsendem Protektionismus und nannte ein konkretes Problem: Die Produktivität ist gesunken. Vor drei Jahren fertigte BMW pro Mitarbeiter 30 Fahrzeuge, heute sind es nur noch 27.

Die Antwort des neuen Chefs ist klar. Externe Entwicklungsprojekte sollen zurück ins hauseigene Forschungszentrum FIZ. Die Abhängigkeit von Ingenieurbüros will BMW reduzieren. Einen detaillierten Zukunftsplan legt das Management bis zur Aufsichtsratssitzung im Oktober 2026 vor.

Die Aktie notiert aktuell bei 75,50 Euro — rund 21 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Damit spiegelt der Kurs die Erwartung wider, dass der Umbau Zeit braucht.

China bleibt Schlüsselmarkt — trotz Rückgang

China ist und bleibt das wichtigste Einzelmarkt für BMW. Rund 625.500 Fahrzeuge lieferte der Konzern dort 2025 aus — etwa 25 Prozent der weltweiten Gesamtauslieferungen von rund 2,46 Millionen Einheiten. Der Absatz sank allerdings um 12,5 Prozent.

Nedeljković reagiert mit einer Lokalisierungsstrategie. BMW will in China autarke Einheiten für Entwicklung, Produktion und Liefernetzwerk aufbauen. Diese sollen weitgehend unabhängig von München agieren. Das Ziel: schneller auf lokale Anforderungen reagieren.

Ein Haken bleibt. Der neue iX3 kommt in China voraussichtlich ein halbes Jahr später als in Europa auf den Markt.

Neue Klasse und V2H-Pläne

Trotz Sparkurs treibt BMW die Elektrotechnik voran. Im Werk Landshut läuft die Vorserienproduktion des „Energy Master“ — einer zentralen Steuereinheit für das neue 800-Volt-System. Damit ermöglicht BMW Ladeleistungen von bis zu 400 kW. Der iX3 lädt so in rund zehn Minuten Strom für 372 Kilometer nach.

Ferner plant BMW gemeinsam mit Solarwatt einen Marktstart von Vehicle-to-Home-Lösungen Ende 2026 in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. iX3 und i3 sollen als Hausspeicher für Solarstrom dienen.

Beim Vertrieb läuft es. In Europa liegen über 50.000 Vorbestellungen für den iX3 vor. Die elektrische Variante verkauft sich derzeit besser als die Verbrenner der X3-Reihe. Japan öffnete gerade seine Auftragsbücher, Auslieferungen starten dort ab Sommer 2026. Für den US-Markt und Deutschland ist der Marktstart in der zweiten Jahreshälfte 2026 geplant.

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