BMW Aktie: Roboter aus Spartanburg zieht in die Wohnung
Figure überträgt BMW-Fabrikerfahrungen auf Wohnungen: Helix 2.5 steigert die Erfolgsquote, bleibt bei Alltagsaufgaben aber noch uneinheitlich.

- Figure-Roboter arbeitete monatelang bei BMW
- Nachfolger sortiert Bauteile in Spartanburg
- Helix 2.5 meistert unbekannte Wohnungen
- Erfolgsquoten bleiben je Aufgabe unterschiedlich
Was im BMW-Werk Spartanburg als Praxistest begann, hat jetzt den Sprung in den Alltag geschafft. Der humanoide Roboter des Herstellers Figure, der dort monatelang im Schichtbetrieb Blechteile einlegte, räumt inzwischen fremde Wohnzimmer auf — ganz ohne vorheriges Training in genau diesen Räumen.
Vom Fließband ins Wohnzimmer
Im Werk Spartanburg in South Carolina stand der Vorgänger Figure 02 im Jahr 2025 rund zehn Monate lang am Band und legte mehr als 90.000 Blechteile millimetergenau für die Schweißroboter ein — verbaut in über 30.000 BMW X3. Seit Juni testet BMW dort das Nachfolgemodell Figure 03, das nun in der Logistik Bauteile sortiert.
Für BMW zahlt sich das aus, weil der Roboter genau jene monotonen und körperlich belastenden Handgriffe übernimmt, die Mitarbeiter langfristig zermürben. Humanoide Systeme seien in der Fabrik keine Laborexperimente mehr, heißt es beim Autobauer.
Die gesammelten Erfahrungen fließen inzwischen in ein neues Kompetenzzentrum für Physical AI sowie in einen Pilotversuch im Werk Leipzig — dort allerdings mit einem Roboter des Anbieters Hexagon, nicht von Figure.
Neue Herausforderung außerhalb der Fabrik
Der eigentliche Sprung liegt woanders: Figure hat mit dem neuronalen Netz Helix 2.5 gezeigt, dass sich die in der Fabrik gewonnenen Fähigkeiten auf völlig neue Umgebungen übertragen lassen. In 30 zuvor unbekannten Wohnungen im Raum San Francisco stieg die Erfolgsquote bei Aufgaben wie Wohnzimmer aufräumen oder Betten machen von 9 auf 56 Prozent — bei gleichzeitig halbiertem Trainingsaufwand pro Aufgabe.
Der Unterschied zur Fabrik bleibt trotzdem greifbar: In Spartanburg wiederholt sich derselbe Handgriff am selben Ort, im Wohnzimmer ist jeder Raum neu. Das Bettenmachen gelingt Helix 2.5 zu 67 Prozent, das Einsammeln von Spielzeug nur zu 40 Prozent — die Technik ist also noch weit von industrieller Zuverlässigkeit entfernt.
Für BMW bedeutet das vor allem eines: Die eigene Werkspraxis liefert Figure wertvolle Trainingsdaten und Referenzfälle für die Weiterentwicklung der Roboter, die künftig auch außerhalb der Fabrik zum Einsatz kommen sollen. Ob und wann daraus für BMW selbst neue Effizienzgewinne in der Produktion entstehen, dürfte sich erst zeigen, wenn das Kompetenzzentrum für Physical AI konkrete Ergebnisse aus Leipzig und Spartanburg zusammenführt.
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