BMW Aktie: Rückruf für 27.720 Fahrzeuge
BMW muss erneut Fahrzeuge zurückrufen und kämpft mit Gewinneinbruch. Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief, während Rückkäufe und E-Mobilität gegensteuern sollen.

- Neuer Rückruf von 27.720 Autos
- Gewinn bricht um 35 Prozent ein
- RBC senkt Kursziel auf 60 Euro
- BMW startet i3-Produktion in München
BMW meldet einen weiteren Rückruf: Weltweit müssen 27.720 Fahrzeuge der Modellreihen 5er, 7er und 8er aus den Baujahren 2021 bis 2026 in die Werkstatt.
Grund ist eine mögliche Fehlfunktion an der Verbindung zwischen Gelenkwelle und Hinterachsgetriebe, die zu Leistungsverlust oder im schlimmsten Fall zum Wegrollen des Fahrzeugs führen kann. Für Anleger reiht sich die Meldung in eine Serie von Belastungen ein, die den Kurs seit Monaten unter Druck halten.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 58,20 Euro und notiert damit nur noch gut drei Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro, das erst Ende Juli markiert wurde. Auf Jahressicht steht ein Kursverlust von 38 Prozent zu Buche, gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt liegt das Papier rund 26 Prozent zurück. Der jüngste Rückruf dürfte an dieser fundamentalen Schwäche wenig ändern, verstärkt aber das negative Sentiment rund um den Münchner Autobauer.
Schwache Geschäftszahlen als eigentlicher Belastungsfaktor
Der eigentliche Kursdruck stammt aus dem Halbjahresbericht, den BMW am 7. August vorlegte: Der Nettogewinn im zweiten Quartal brach im Jahresvergleich um 35 Prozent ein. Zwar lagen sowohl das Ergebnis als auch die EBIT-Marge leicht über den Analystenschätzungen, doch der Gewinnrückgang zeigt, wie stark BMW derzeit unter Druck steht.
Produktionsvorstand Milan Nedeljković kündigte an, das Unternehmen solle „Schritt für Schritt“ wieder an eine strategische EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent herangeführt werden. Bis Ende 2027 sollen dafür 40 neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt kommen.
RBC Capital Markets senkte am 14. August das Kursziel für BMW von 62 auf 60 Euro und beließ die Einstufung bei „Sector Perform“. Analyst Tom Narayan begründete den Schritt mit dem schwachen Absatzmarkt in China sowie dem zunehmenden Wettbewerb in Europa – zwei strukturelle Themen, die BMW auch über den aktuellen Rückruf hinaus beschäftigen dürften.
Rückkaufprogramm und Elektro-Offensive als Gegengewicht
Trotz der Gewinnschwäche hält BMW an seinem Aktienrückkaufprogramm 2025–2027 fest. Zwischen dem 10. und 16. August erwarb das Unternehmen 524.931 eigene Stammaktien zu einem Durchschnittskurs von rund 59 Euro. Solche Rückkäufe stützen den Kurs zumindest technisch, können den fundamentalen Gegenwind aus sinkenden Gewinnen und schwacher China-Nachfrage aber nicht ausgleichen.
Auf der Produktseite setzt BMW verstärkt auf Elektromobilität. Anfang August startete im Stammwerk München die Serienproduktion der elektrischen Limousine i3 aus der „Neuen Klasse“.
Werkleiter Peter Weber verwies auf neue Fertigungstechnologien, die die Produktionskosten um weitere 10 Prozent senken sollen. In Großbritannien qualifizierten sich die Modelle iX1 und iX2 als erster deutscher Premiumhersteller für den maximalen „Electric Car Grant“ in Höhe von 3.750 Pfund.
Für Anleger bleibt das Bild gemischt: Kostensenkungen und Elektro-Fortschritte stehen einem massiven Gewinnrückgang, verschärftem Wettbewerbsdruck in China und Europa sowie wiederkehrenden Rückrufaktionen gegenüber. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 21 Prozent und einem RSI von 42,3 signalisiert der Markt derzeit keine klare Richtung – die Aktie pendelt nahe ihrem Jahrestief, ohne dass sich kurzfristig eine Trendwende abzeichnet.
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