BMW Aktie: Rückruf für 744.234 Fahrzeuge
BMW hält an gesenkter Jahresprognose fest und plant Abbau von 8000 Stellen bis 2027. Ein weltweiter Rückruf und die China-Krise belasten den Aktienkurs zusätzlich.

- Bestätigung der gesenkten EBIT-Marge
- Weltweiter Stellenabbau von 8000 Jobs
- Rückruf von 744.000 Fahrzeugen
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
BMW hat heute den Bericht zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026 veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Münchner Autobauer an der im Juni gesenkten Prognose für die Automobilsparte festhält. Bereits am 16. Juni hatte BMW die erwartete EBIT-Marge im Segment Automobile von ursprünglich 4 bis 6 Prozent auf nur noch 1 bis 3 Prozent gesenkt und dies mit der anhaltenden Marktschwäche in China begründet.
Belastungen aus China und Stellenabbau
Die eingetrübte Nachfrage in China zieht sich als roter Faden durch das Geschäftsjahr und prägt auch die aktuelle Berichtssaison. Parallel dazu berichteten dpa-AFX und Reuters am Mittwoch über ein Stellenabbauprogramm, das weltweit rund 8.000 Arbeitsplätze bis Ende 2027 betreffen soll. BMW will den Abbau vor allem über natürliche Fluktuation und Abfindungen in Deutschland umsetzen – ein Signal, dass der Konzern die Kostenbasis angesichts der schwächeren Margenerwartung strukturell anpassen will.
Zusätzlich beschäftigt ein Rückruf die Anleger: Das Kraftfahrt-Bundesamt und der ADAC bestätigten einen weltweiten Rückruf von 744.234 Fahrzeugen der Baureihen 2er bis 7er sowie X3 bis X7 und i3. Grund ist eine Brandgefahr durch Defekte am Starterrelais, in Deutschland sind rund 42.300 Fahrzeuge betroffen. Auf der Habenseite steht der Produktionsstart von Hochvoltbatterien für den neuen BMW iX5 im US-Werk Woodruff, den BMW am 27. Juli offiziell verkündete – ein Baustein für die geplante Elektro-Offensive. Zudem beruft der Aufsichtsrat Dorothea von Boxberg zum 1. September als neues Vorstandsmitglied.
Analysten uneins über die Bewertung
Die Deutsche Bank bestätigte am 28. Juli im Vorfeld der Halbjahreszahlen ihre Kaufempfehlung für BMW mit einem Kursziel von 90,00 Euro. Bereits am 22. Juli hatte HSBC die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 71,00 Euro ausgegeben – mit der Begründung, die China-Risiken und die Margenschwäche seien nach den Kursrückgängen der vergangenen Monate bereits eingepreist.
Kurs spiegelt die Unsicherheit
Der Aktienkurs zeigt die angespannte Lage deutlich: Seit Jahresbeginn steht BMW mit -35,56 Prozent tief im Minus. Der Schlusskurs vom Mittwoch bei 60,20 Euro liegt nur noch 6,74 Prozent über dem erst am 24. Juli markierten 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro – die Aktie bewegt sich damit nahe ihrer Jahrestiefstände. Für Anleger bleibt die heutige Bestätigung oder Verschärfung der Margenprognose damit der entscheidende Kurstreiber der kommenden Handelstage. Ob die jüngsten Kaufempfehlungen von Deutscher Bank und HSBC angesichts der operativen Belastungen tragfähig bleiben, dürfte sich erst in den nächsten Quartalsberichten zeigen.
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