BMW Aktie: Trotz China stabil

BMW verzeichnet im zweiten Quartal 2026 einen Absatzrückgang von 4,9 Prozent, getrieben durch einen massiven Einbruch in China. Starke Zuwächse in Europa und den USA sowie der erfolgreiche iX3-Start mildern die Verluste.

Die Kernpunkte:
  • Weltweite Auslieferungen sinken um 4,9 Prozent
  • China-Absatz bricht um über 30 Prozent ein
  • Europa und USA legen deutlich zu
  • Elektroauto iX3 treibt Nachfrage an

Ein Rückgang von fast fünf Prozent beim Gesamtabsatz, ein Einbruch von über 30 Prozent in China – und die Aktie zuckt kaum. Am Freitag legte BMW seine Auslieferungszahlen für das zweite Quartal vor, die Reaktion an der Börse fiel bemerkenswert gelassen aus. Via XETRA gewann das Papier zeitweise 0,69 Prozent auf 58,58 Euro.

Der Konzern lieferte zwischen April und Juni 590.962 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus, ein Minus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kernmarke BMW traf es mit einem Rückgang um 7,7 Prozent auf 508.675 Einheiten noch deutlicher. Verantwortlich dafür ist fast ausschließlich ein Markt: China. Dort brach der Absatz um mehr als 30 Prozent auf 117.815 Fahrzeuge ein – jener Markt, den BMW bereits bei seiner jüngsten Gewinnwarnung als Hauptbelastung genannt hatte.

Europa und USA fangen die Delle ab

Während Asien schwächelt, läuft es in den etablierten Kernmärkten deutlich besser. In Europa stieg der Absatz um 5,4 Prozent auf 260.173 Fahrzeuge, in den USA um 9,5 Prozent auf 134.405 Einheiten. Mini legte konzernweit sogar um 17 Prozent auf 81.035 Autos zu und wirkte damit als Gegengewicht zur schwächelnden Kernmarke.

Auch beim Antriebsstrang zeichnet sich eine Verschiebung ab. Der Marktstart des neuen BMW iX3 trieb die Nachfrage nach vollelektrischen Modellen an, inklusive Plug-in-Hybriden legten die Verkäufe leicht um 0,8 Prozent auf 161.462 Fahrzeuge zu. Vertriebsvorstand Jochen Goller sprach davon, beim iX3 auf Kurs für 100.000 Auftragseingänge zu sein.

Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz steht BMW derzeit noch am besten da. Mercedes meldete für das zweite Quartal einen Rückgang um 6 Prozent auf 511.900 Fahrzeuge, die VW-Tochter Audi verlor sogar 8,2 Prozent und kam nur noch auf 367.139 Auslieferungen. Alle drei Hersteller kämpfen mit denselben Problemen: einem schrumpfenden China-Geschäft und wachsendem Preisdruck durch lokale Anbieter.

Die Branche insgesamt steckt tiefer in der Transformation, als es einzelne Quartalszahlen zeigen. Der Verband der Automobilindustrie forderte am Freitag erneut Reformen am Standort Deutschland, mit Verweis auf hohe Energiekosten und regulatorische Lasten. Für BMW bleibt die entscheidende Variable vorerst der chinesische Markt – dort hängt viel davon ab, wie schnell sich die eingebrochene Nachfrage stabilisiert und ob neue Modelle wie der iX3 auch dort Fuß fassen können.

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