BMW Aktie: Umbau auf Kosten der Marge
Trotz besser als erwarteter Quartalsmarge reduziert BMW seine Jahresziele; der schnellere Modellwechsel und Stellenabbau verursachen Zusatzkosten.

- Autoumsatz sinkt auf 30,5 Milliarden Euro
- Quartalsmarge übertrifft Analystenkonsens
- BMW senkt Jahresziele für 2026
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 38 Prozent
Zwei Gewinnwarnungen in einem Jahr, dazu ein Quartal, das schwächer ausfällt als im Vorjahr, aber besser als erwartet. BMW sendet gemischte Signale: Die Zahlen für das dritte Quartal übertreffen die Befürchtungen, die Prognose für 2026 fällt trotzdem niedriger aus.
Quartalszahlen besser als gedacht
Der Umsatz sank um fast sechs Prozent auf 30,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach um knapp 30 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich blieben 1,45 Milliarden Euro, rund 15 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Die Marge im Autogeschäft fiel auf 3,4 Prozent, nach 5,2 Prozent im Vorjahr. Analysten hatten allerdings im Konsens nur mit 2,3 Prozent gerechnet. Haupttreiber der Einbußen ist China: Der Markt schrumpft, Konkurrenz und Preiskämpfe nehmen zu, BMW verlor dort rund ein Viertel des Absatzes. Zuwächse in Europa und den USA fingen einen Teil auf, sodass der weltweite Absatz nur um 6,3 Prozent nachgab.
Prognose erneut gesenkt
Schon am Dienstagabend hatte der Konzern die Erwartungen für das Gesamtjahr kassiert. Die Marge im Autogeschäft soll nun zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent liegen, zuvor standen 1 bis 3 Prozent im Plan. Auch die Auslieferungen sollen stärker sinken, um fünf bis knapp zehn Prozent statt bisher bis zu fünf Prozent.
Die Begründung liefert die Neue Klasse. Die Nachfrage nach den neuen Elektromodellen ist hoch, der Produktionshochlauf läuft schneller als geplant. Deshalb laufen ältere Modelle früher aus, was zusätzliche Kosten verursacht. Hinzu kommt der Stellenabbau, der schneller vorankommt als vorgesehen: Das Abfindungsprogramm war nach nicht einmal drei Wochen geschlossen, weil das Interesse der Belegschaft überraschend groß war.
Finanzchef Walter Mertl spricht von einer Investition in die Zukunft, die künftige Margen stärken soll. Vor Struktur- und Portfoliomaßnahmen rechnet BMW weiter mit einer Marge von über 2,0 Prozent. Unverändert bleiben der erwartete deutliche Rückgang beim Vorsteuergewinn und der freie Mittelzufluss im Autogeschäft von mehr als 2,5 Milliarden Euro.
Aktie am DAX-Ende
Die Papiere gaben nachbörslich zeitweise knapp zwei Prozent nach. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 38 Prozent, damit bildet BMW das Schlusslicht im DAX. Selbst Volkswagen und Mercedes-Benz schlugen sich besser.
JPMorgan bleibt bei „Overweight“ mit einem Kursziel von 82 Euro. Analyst Jose Asumendi hält den bestätigten Cashflow für einen Lichtblick und verweist auf die gründliche Überprüfung von Produktionsstandorten, Technologieplattform und Verwaltung. Die Anleger dürften sich nach seiner Einschätzung vor allem auf die Umbaumaßnahmen konzentrieren, nicht auf die besser als erwarteten Quartalszahlen.
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