BMW Aktie: US-Geschäft wächst, Elektroautos kollabieren
Mehr Verkäufe von 3er und X5 stützten BMWs US-Absatz, während elektrifizierte Modelle im dritten Quartal rückläufig waren.

- US-Auslieferungen der Kernmarke um 3,4 Prozent gestiegen
- X5 bleibt BMWs meistverkauftes US-Modell
- Elektrifizierte Antriebe verlieren 24,9 Prozent
- BMW erwägt größeres SUV für Amerika
Mit einem Zuwachs von 3,4 Prozent hat BMW das dritte Quartal auf dem US-Markt abgeschlossen. Insgesamt lieferte der Münchner Autobauer dort zwischen Juli und September 100.210 Fahrzeuge der Kernmarke aus. Zusammen mit der Marke Mini kletterten die Auslieferungen um 2,5 Prozent auf 106.741 Einheiten.
Über die ersten neun Monate des Jahres summiert sich das Absatzplus in den USA auf 4,3 Prozent bei 287.154 verkauften Fahrzeugen. Hinter den Gesamtzuwächsen verbirgt sich jedoch eine extreme Spreizung zwischen florierenden Verbrennern und abrupt eingebrochenen Einheiten bei einzelnen Baureihen.
Starke Verbrenner stützen das US-Geschäft
Den jüngsten Absatzzuwachs trugen vor allem zwei etablierte Modellreihen. Die Verkäufe der 3er-Reihe kletterten im dritten Quartal um 46,4 Prozent auf 11.256 Einheiten.
Noch gefragter blieb der Geländewagen X5, der um 21,5 Prozent auf 22.213 Exemplare zulegte und mit 63.767 Einheiten seit Jahresbeginn das meistverkaufte BMW-Modell in den USA bleibt.
Gleichzeitig brachen andere Baureihen im Quartalsverlauf drastisch ein. Der SUV-Ableger X4 verzeichnete ein Minus von 96,1 Prozent auf lediglich 72 Einheiten. Noch deutlicher fiel der Rückgang beim vollelektrischen Flaggschiff iX aus, dessen US-Absatz um 96 Prozent auf 121 Einheiten zusammensackte.
Über das gesamte Portfolio elektrifizierter Antriebe hinweg musste BMW in den USA im dritten Quartal einen Rückgang um 24,9 Prozent hinnehmen. Das Unternehmen begründet diese Entwicklung mit schwierigen Marktbedingungen sowie anstehenden Modellwechseln.
Großes Luxus-SUV soll China-Schwäche ausgleichen
Die robuste Nachfrage nach großen Fahrzeugen in Nordamerika gewinnt für die Münchner strategisch an Bedeutung. Vor dem Hintergrund einer anhaltend schwachen Nachfrage und verschärfter lokaler Konkurrenz auf dem chinesischen Markt wollen europäische Luxushersteller ihr Geschäft in den USA gezielt stärken.
BMW erwägt vor diesem Hintergrund ein speziell auf den amerikanischen Markt zugeschnittenes SUV-Modell, das oberhalb des bisherigen Spitzenmodells X7 positioniert werden soll. Konkrete Maße und die genaue Ausführung dieses Modells sind bislang offen.
Parallel dazu treibt der Konzern die Verschlankung seines Modellportfolios voran. BMW-Chef Milan Nedeljkovic betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich dabei nicht um ein gewöhnliches Sparprogramm handle, sondern um eine grundlegende Umstellung der Arbeitsweise.
Während das US-Angebot nach oben abgerundet werden soll, plant BMW im Einstiegsbereich die Entwicklung eines elektrischen i1 auf Basis der Plattform Neue Klasse, während der konventionelle 1er mit Verbrennungsmotor seinen Frontantrieb behalten soll. Zudem bereitet BMW Alpina für das Jahr 2027 ein erstes eigenes, an der 7er-Reihe orientiertes Modell unter vollständiger BMW-Eigentümerschaft vor.
Gedrückte Stimmung am Aktienmarkt
An der Börse konnten die soliden Absatzzahlen aus den USA den übergeordneten Abwärtstrend bislang nicht stoppen. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die BMW-Aktie bei 54,62 Euro. Seit Jahresanfang hat das Papier damit 42 Prozent an Wert verloren. Mit dem aktuellen Kursniveau bewegt sich der Titel zudem nur 4,0 Prozent über seinem jüngst markierten 52-Wochen-Tief von 52,50 Euro.
Flankierend zu den Modellplänen richtet BMW auch seine Produktionsstrukturen neu aus. Im Münchner Stammwerk lief gestern das millionste M-Fahrzeug vom Band, während das Unternehmen rund 650 Millionen Euro in den Standort investiert hat, um dort ab 2027 den ersten vollelektrischen M3 zu fertigen.
Für die Versorgung künftiger Elektromodelle wie des neuen i3 startete zudem die Serienproduktion der sechsten Batteriegeneration im niederbayerischen Werk Irlbach-Straßkirchen. Ob die US-Expansion die weltweiten Belastungen zeitnah kompensieren kann, werden die kommenden Quartale zeigen.
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