BMW: Jetzt wird es gefährlich

Der deutsche Premium-Autobauer BMW wartet mit starken Absatzzahlen auf. Trotzdem kann sich die Aktie dem insgesamt negativen Börsenumfeld nicht entziehen. Das bringt den Wert nun aus charttechnischer Sicht in eine zunehmend kritische Phase.

© BMW
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Die Absatzzahlen bei BMW für den Berichtsmonat September können sich sehen lassen. Denn der Konzern konnte durch eine starke Nachfrage nach den X-Modellen und weiterhin großer Kauflust im asiatischen Raum die Verkäufe im Konzern um 10,5 % steigern. Insgesamt wurden im Monat 237.973 Fahrzeuge abgesetzt. Bezogen auf die ersten neun Monate des Jahres ergibt das ein Absatz-Wachstum um 6,2 % auf 1,75 Millionen Fahrzeuge. Das ist das bislang beste Ergebnis von BMW in solch einem Zeitraum.

BMW in Asien top, in USA flop

Was allerdings nicht heißt, dass BMW keine Herausforderung mehr hat. Denn vor allen in Amerika stottert das Geschäft. Hier wurde ein Rückgang der Verkäufe um 5,2 % verbucht, was sicherlich auch im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre zu sehen ist. Dagegen konnte BMW in Asien erneut besonders stark zulegen. Insgesamt wurden hier im September 16,5 % mehr Fahrzeuge abgesetzt. Europa kam auf ein Plus von 12,1 %.

Zu dem guten Ergebnis trug vor allem auch die Marke Mini bei. Denn sie zeigte im Berichtsmonat mit einem Absatzplus von 16,1 % eine überproportionale Dynamik. Die Kernmarke BMW erzielte ein Absatzplus von 9,4 %.

Politik mit gefährlichen Weichenstellungen

Das sehr gute Absatzergebnis hat nur einen Haken: Es wird derzeit an der Börse nicht wirklich wahrgenommen und vor allen Dingen nicht ernst genommen. Denn natürlich fürchten die Investoren, dass im Umfeld der Dieselgate-Affäre auch BMW weiterhin in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Zum anderen sorgte gerade in Deutschland in den letzten Tagen der Beschluss des Bundesrates, ab 2030 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zu erlauben, für Verunsicherung.

Auf den ersten Blick scheint das Datum 2030 noch weit weg. Doch wer sich mit der Automobilindustrie auskennt, weiß, dass wir hier bei einem Zeitraum von 14 Jahren darüber sprechen, dass die Autohersteller hierzulande die Umstellung in nur 2-3 Modellzyklen bewerkstelligen sollen. Autoexperten halten dies für kaum machbar.

Aktie dürfte unter Druck bleiben

Dieser politische Irrlauf dürfte dafür sorgen, dass die deutschen Autohersteller unter permanenten Druck bleiben. Was natürlich auch die Perspektiven für die Aktien limitiert. Entsprechend sollten Anleger für ihre Dispositionen auch eher kurz-bis mittelfristige Überlegungen anstellen.

Wobei kurzfristig für BMW die Gefahr besteht, dass die Aktie erneut unter ihre 100-Tage-Linie fällt. Damit wäre im Zweifel das Risiko gegeben, dass hier noch einmal das Jahrestief im Bereich 64-66 € getestet wird. Käufe sind derzeit entsprechend nicht angesagt. Erst oberhalb von 82 € würden wir hier eine halbwegs kalkulierbare Spekulation sehen.

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