BMW – Warum geht die Aktie auf Tauchstation?

Lange Zeit galt China in vielen Branchen als der Wachstumsmarkt schlechthin. Nun schwächelt auch die Konjunktur im Reich der Mitte mit Folgen auch für deutsche Unternehmen.

 

© BMW
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So kämpfen europäische Automobilunternehmen mit einer nachlassenden Nachfrage im chinesischen Markt. Hiervon betroffen ist neben Volkswagen auch BMW.

 

Brilliance vermeldet Gewinneinbruch

BMW betreibt gemeinsam mit dem chinesischen Autokonzern Brilliance ein Joint Venture. Nun gab Brilliance eine Gewinnwarnung heraus. Mit insgesamt 40% Gewinneinbruch wird jetzt dort im 1. Halbjahr gerechnet.

In erster Linie führt Brilliance diesen Einbruch auf das Gemeinschaftsunternehmen mit BMW zurück. Gestiegene Vertriebskosten durch die Konjunkturabschwächung in China und auch höhere Vorleistungen für neue Modelle und Kapaziätserweiterungen wurden im Detail als Gründe genannt.

In der Folge verlor die Aktie von Brilliance nach dieser Mitteilung um mehr als 1% ein. Auch Analysten von Sentix sehen eine trübe Stimmung hinsichtlich der europäischen Autoaktien. Auf Sicht der nächsten Monate rechnet man hier mit einer unter der Marktperformance liegenden Entwicklung. Dennoch wurde von den Experten der insgesamt positive Trend bei europäischen Autowerten nicht in Frage gestellt.

 

China-Geschäft schwächelt

Neben Volkswagen einschließlich der Tochter Audi hat auch BMW mit dem China-Geschäft zu kämpfen. Die jüngsten Turbulenzen an Chinas Börsen untermauerten dazu noch die Sorgen im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Konjunktur.

Sowohl BMW, Volkswagen und auch Daimler mussten eine nachlassende Nachfrage seitens der Chinesen verbuchen. In der Folge sanken auch die Margen. Konnte man in der Vergangenheit bei BMW noch zweistellige Zuwachsraten verbuchen, sind diese Zeiten mittlerweile vorbei. Einstellige Wachstumsraten sind daher an der Tagesordnung.

 

BMW bleibt optimistisch

Dennoch bleiben die Münchener zuversichtlich. Wie BMW mitteilte, stellt die aktuelle Entwicklung in China für das Unternehmen eine Herausforderung dar. Dennoch sieht der Autokonzern die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven in China positiv.

Die Beteiligung von BMW an dem gemeinsamen Unternehmen mit Brilliance in Höhe von 50% verbuchen die Bayern als Finanzbeteiligung at Equity. Und hier gab es bereits im 1. Quartal einen Einbruch um 97 Mio. auf 128 Mio. Euro.

Zu diesem Zeitpunkt wurde dieser Rückgang mit hohen Anlaufkosten für neue Modelle und dem verstärkten Wettbewerb begründet. Mittlerweile ist China mit 22% Absatzanteil der größte Einzelmarkt von BMW.

 

Aktie von BMW verliert

Die Gewinnwarnung von Brilliance zog auch die Aktien von BMW mit nach unten. Zum gestrigen Börsenschluss lagen die Papiere bei 94,97 Euro und damit bei -0,2%.

Dieser Trend setzte sich heute weiter fort. Mittlerweile ging es um 0,77% auf 94,24 Euro weiter abwärts. Damit nähert sich die Aktie der wichtigen Unterstützung bei 92,00 Euro, die es zu halten gilt.

150714 BMW

Noch im März erreicht die Aktie von BMW ein Jahreshoch bei knapp 124,00 Euro. Von diesem ausgehend mussten die Papiere innerhalb von vier Monaten rund ein Viertel wieder abgeben. Die weitere Entwicklung in China wird sich maßgeblich auf den Kurs von BMW auswirken, daher sind auch weitere Abschläge möglich.

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