Bodycote Aktie: CVC und Veritas im Bieterduell
Zwei Finanzinvestoren konkurrieren mit rund 1,6 Mrd. Pfund um den Wärmebehandlungsspezialisten Bodycote. Die Frist für verbindliche Gebote endet am 2. September.

- Zwei Bieter für Bodycote
- Gebote nahezu identisch bewertet
- Operative Stärke stützt Übernahmeinteresse
- Frist für Angebote im September
Der britische Spezialist für thermische Verfahrenstechnik, Bodycote, ist zum Ziel einer Übernahmeschlacht zwischen zwei großen Investmenthäusern geworden. Gestern wurde bekannt, dass sowohl CVC Advisers Ltd. als auch Veritas Capital Gebote für das Unternehmen abgegeben haben. Beide Offerten bewerten das Geschäft mit jeweils rund 1,6 Milliarden Britischen Pfund (etwa 2,2 Milliarden US-Dollar). Damit intensiviert sich das Werben um den Industriekonzern, nachdem bereits im Juni ein anderer US-Finanzinvestor Interesse signalisiert hatte.
Details der konkurrierenden Übernahmeangebote
Die vorliegenden Vorschläge liegen preislich extrem nah beieinander. Das Angebot von CVC sieht einen Gesamtwert von 915 Pence pro Bodycote-Aktie vor. Dieser setzt sich aus einer Barzahlung in Höhe von 907,8 Pence sowie der bereits angekündigten Zwischendividende für das Geschäftsjahr 2026 von 7,2 Pence zusammen. Veritas Capital folgt mit einem nur geringfügig niedrigeren Gebot von insgesamt 914 Pence je Anteilsschein. Hierbei entfallen 906,8 Pence auf die Barkomponente, ergänzt um die identische Dividende von 7,2 Pence.
Das aktuelle Interesse markiert eine deutliche Steigerung gegenüber früheren Annäherungsversuchen. Medienberichten zufolge hatte Apollo Global Management noch im Juni einen Preis von etwa 885 Pence pro Aktie in Aussicht gestellt, den Prozess jedoch letztlich abgebrochen. Mit den nun vorliegenden Geboten wird das Unternehmen deutlich über dem Niveau bewertet, das im Frühsommer im Raum stand. Das Board von Bodycote arbeitet nun unter Hochdruck mit beiden Parteien zusammen, um die Grundlage für eine verbindliche Übernahmeabsicht gemäß den britischen Übernahmeregeln zu schaffen.
Starke Geschäftszahlen stützen die Bewertung
Das hohe Interesse der Investoren fällt in eine Phase operativer Stärke. Am 28. Juli präsentierte Bodycote seine Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026, die die strategische Neuausrichtung des Konzerns unterstreichen. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 18,3 % auf 25,2 Pence und übertraf damit leicht die Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen profitierte insbesondere von einer hohen Dynamik in den Sektoren Luftfahrt und Verteidigung. Das organische Umsatzwachstum in diesem Bereich glich die anhaltenden Schwierigkeiten im Automobilsektor, vor allem in Westeuropa und China, mehr als aus.
Bodycote konnte zudem die operative Marge im Kerngeschäft auf 16,2 % steigern, während der bereinigte Betriebsgewinn organisch um 11 % auf 60,4 Millionen Britische Pfund kletterte. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Portfolioreform: Zielmärkte machen inzwischen 48 % des Gesamtumsatzes aus, verglichen mit lediglich 35 % vor zwei Jahren. Das Management bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 und verwies auf das laufende Restrukturierungsprogramm, das insbesondere die Kapazitäten im schwächelnden Automobilbereich optimieren soll.
Marktbeobachtung und Fristen für Investoren
An der Börse haben die Offerten bereits zu einer deutlichen Neubewertung geführt. Die Aktie von Bodycote schloss am Freitag bei 9,14 GBP. Damit ist das Papier seit Jahresbeginn um 34,18 % gestiegen und nähert sich dem aktuellen Übernahmeangebot von bis zu 9,15 GBP pro Aktie an. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich umgerechnet auf 1,80 Milliarden Euro.
Die nächsten Schritte sind durch die britischen Aufsichtsbehörden klar terminiert. Das Takeover Panel hat eine Frist bis zum 2. September 2026 um 17:00 Uhr gesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen sowohl CVC als auch Veritas entweder eine feste Absicht zur Abgabe eines Angebots erklären oder offiziell mitteilen, dass kein Gebot abgegeben wird. Während die großen Anteilseigner wie die Vanguard Group, die zuletzt eine Beteiligung von 5,43 % hielten, die Situation beobachten, verringerten andere Akteure wie die Man Group zuletzt ihre Positionen durch Aktienswaps. Anleger blicken nun gespannt auf die kommenden Wochen, in denen sich entscheiden wird, welcher der beiden Bieter das Rennen macht oder ob es zu einer weiteren Erhöhung der Gebote kommt.
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