Boeing Aktie: Avolon bestellt 140 Jets
Avolons 140 bestellte 737-10 stärken Boeings Auftragsbestand, während Analysten wegen des verzögerten Cashflow-Aufbaus ihre Kursziele senken.

- Avolon ordert 140 Boeing 737-10
- Größter 737-MAX-Auftrag eines Leasinggebers
- Mehrere Analysten reduzieren ihre Kursziele
- Zwei Verwaltungsratsmitglieder kaufen Boeing-Aktien
Rekordauftrag auf der einen Seite, Kursschwäche auf der anderen: Boeing und der Leasinggeber Avolon haben heute die Bestellung von 140 Flugzeugen des Typs 737-10 final gemacht. Es ist die größte 737-MAX-Order, die ein Lessor je platziert hat. Der Auftrag trifft auf eine Aktie, die rund 20 Prozent im Minus liegt.
Lessoren setzen auf die große 737
Avolons Auftragsbestand für die 737-MAX-Familie steigt damit auf mehr als 240 Maschinen. Die 737-10 bietet bis zu 230 Sitze und eine Reichweite von 3.100 Seemeilen. Boeing bewirbt sie als Single-Aisle-Jet mit den besten Kosten pro Sitz.
Leasinggesellschaften haben 2026 bereits fest mehr als 230 Exemplare der 737-10 geordert. Das ist fünfmal so viel, wie der Lessor-Bestand der größten MAX-Variante Ende 2025 betrug. Insgesamt haben Lessoren über 1.450 737 MAX bestellt, etwa ein Fünftel von Boeings Auftragsbuch.
Avolon-Chef Andy Cronin spricht von robuster Nachfrage nach Flugzeugen neuer Technologie und will damit die Lieferpipeline bis weit in das nächste Jahrzehnt stärken. Boeing verweist auf ein erwartetes Passagierwachstum von jährlich vier Prozent über die nächsten 20 Jahre. Die 737 macht laut Unternehmen rund 30 Prozent aller finanzierten Flugzeuge aus.
Insider kaufen, Analysten kürzen
Am Aktienmarkt dominiert dagegen die Vorsicht. Zuletzt schloss das Papier bei 173,31 Dollar, nicht weit vom 52-Wochen-Tief bei 165,01 Dollar. Mehrere Analysten haben ihre Ziele gesenkt und verweisen auf den verzögerten Cashflow-Aufbau:
- Freedom Broker: 240 Dollar (zuvor 286), Rating Buy
- Bernstein: 223 Dollar (zuvor 278)
- Baird: 230 Dollar (zuvor 300)
- Morgan Stanley: 195 Dollar (zuvor 225)
Zwei Verwaltungsratsmitglieder sehen die Lage offenbar anders. Mortimer Buckley erwarb am 30. Oktober 5.820 Aktien für knapp eine Million Dollar, zu 171,55 Dollar je Anteil. Steven Mollenkopf kaufte am selben Tag 2.950 Aktien für rund 510.000 Dollar.
Insiderkäufe sind kein Garant für eine Trendwende. Sie zeigen aber, dass Teile des Kontrollgremiums das Papier auf diesem Niveau für attraktiv halten.
Der Avolon-Deal stützt die Nachfrageseite. Die Analystenkürzungen betreffen dagegen Produktion und Free Cashflow, also die Frage, wie schnell Boeing bestellte Maschinen tatsächlich ausliefern und zu Geld machen kann. Daran dürfte sich der Kurs in nächster Zeit messen lassen.
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