Boeing Aktie: Zwei neue Baustellen
Boeing erhält Impulse durch mögliche Flugzeugbestellungen, verliert im Raumfahrtgeschäft jedoch weiter an Boden gegenüber SpaceX.

- Malaysia prüft rund zehn Dreamliner
- Boeing setzte sich gegen Airbus durch
- NASA vergibt 946 Millionen Dollar
- Starliner bleibt als zweite Säule offen
Boeing bleibt zwischen zwei Fronten gefangen: Auf der einen Seite lockt neues Bestellgeschäft im Flugzeugbau, auf der anderen Seite erinnert die Konkurrenz von SpaceX daran, wie wackelig das Raumfahrtprogramm des Konzerns noch immer steht.
Malaysia Airlines Group als möglicher neuer Kunde
Die Malaysia Aviation Group steht offenbar kurz vor einer Order für rund zehn Boeing 787-10 Dreamliner. Der Flugzeugbauer setzte sich damit gegen Airbus durch — ausschlaggebend sollen frühere Lieferslots ab 2031 gewesen sein. Auch GE Aviation, langjähriger Boeing-Partner, bot dem Bericht zufolge günstigere Triebwerkskonditionen als Rolls-Royce.
Sollte der Auftrag zustande kommen, wäre das ein weiterer Baustein im Langstrecken-Portfolio des Konzerns. Zusätzlichen Rückenwind lieferte zuvor bereits ein Aufsichtsratsbeschluss, mit dem 20 Kaufoptionen für die Boeing 737 MAX 10 ausgeübt wurden — ein Signal, dass Fluggesellschaften trotz der bekannten Produktionsprobleme weiter auf das Kurzstreckenmodell setzen.
NASA vertraut weiter stärker auf SpaceX
Parallel zu den Auftragsnachrichten zeigt sich im Raumfahrtgeschäft ein anderes Bild. Die NASA hat SpaceX einen zusätzlichen Vertrag über 946 Millionen Dollar für drei weitere Astronautenmissionen zur Internationalen Raumstation zugesprochen. Damit steigt der Gesamtwert des laufenden Kontrakts auf 5,92 Milliarden Dollar, die Flüge sind bis 2030 gesichert.
Boeing bleibt zwar offiziell zweiter Anbieter für bemannte Missionen, doch die Realität sieht anders aus. Nach den Problemen der Starliner-Testmission 2024, als die Kapsel leer zur Erde zurückkehrte und die Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams statt zehn Tagen mehr als neun Monate auf der ISS verbrachten, hat sich SpaceX zum eigentlichen Rückgrat der NASA-Crew-Rotation entwickelt.
Die NASA betont zwar weiterhin, zwei unabhängige Anbieter zu wollen, um bei technischen Problemen eines Unternehmens nicht den gesamten Zugang zur Station zu verlieren — in der Praxis liegt das operative Gewicht aber klar bei SpaceX.
Für Boeing zeigt sich damit ein gespaltenes Bild: Im zivilen Flugzeuggeschäft mehren sich positive Signale, im Raumfahrtsegment wächst der Abstand zur Konkurrenz. Wie schnell sich das Starliner-Programm wieder als verlässliche zweite Säule etablieren kann, bleibt vorerst offen.
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