Börsen-Wissen: Vor- und Nachteile von Blue-Chips

Blue-Chip ist die gängige Bezeichnung für eine große Aktiengesellschaft mit hohem Börsenwert. Die Unternehmen sind in aller Regel oft auch international bekannt und oft schon seit längerer Zeit erfolgreich an der Börse gelistet.

 

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Weitere Eigenschaften von Blue-Chips, die zum Teil auch als Large Cap bezeichnet werden, sind meist ein großes Ansehen sowie Zuverlässigkeit und Substanz. In Deutschland zählen die Unternehmen des DAX zu den Blue-Chips. So zum Beispiel der Automobilkonzern Volkswagen, Siemens oder Chemie-Gigant BASF.

Das Gegenstück zu Blue-Chips sind aber nicht nur sehr kleine Unternehmen. Neben den Small Caps gehören auch so genannte Mid Caps – also Unternehmen mit mittelgroßem Börsenwert etwa aus dem MDAX – nicht dazu. Blue-Chips sind aufgrund ihrer Bekanntheit für viele Anleger reizvoll und gerade für Börseneinsteiger mit langfristigem Anlagehorizont interessant.

 

Vorteile von Blue-Chips – Sicherheit, Dividende und Co.

Für sicherheitsorientierte Anleger sind Blue-Chips häufig die beste Wahl. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass diese Aktien nicht selten seit Jahren eine stabile Kursentwicklung vorzuweisen haben. So minimiert sich die Schwankungsanfälligkeit (Volatilität) der Blue-Chips und starke kurzfristige Verluste sind weniger wahrscheinlich.

Darüber hinaus haben Blue-Chips in aller Regel eine stabile Basis. Das bedeutet, dass sie über eine bessere Kapitalausstattung verfügen als kleinere Unternehmen und auch stürmische Krisenzeiten überstehen können.

Die Large Caps schütten außerdem häufig eine höhere Dividende aus als mittelgroße und kleine Unternehmen. Mit einer jährlichen Dividendenrendite und bestenfalls einer stabil positiven Kursentwicklung können Anleger solide Gewinne verbuchen – durch ein relativ sicheres Investment.

 

Es sind keine großen Sprünge zu erwarten – die Nachteile

Ein Vorteil der Blue-Chips, die Kontinuität, kann gleichzeitig auch als Nachteil interpretiert werden. Denn bei den etablierten Aktien der großen Unternehmen ist das Wachstumspotenzial häufig geringer als bei Small Caps. Wer auf große Kurssprünge hofft, ist bei Blue-Chips nicht besonders gut aufgehoben.

Außerdem: Große Namen vermitteln Anlegern ein Gefühl von Sicherheit. Aber auch bei Blue-Chips handelt es sich um Aktien. Das heißt im Klartext, theoretisch kann es jederzeit zu Gewinn-Einbrüchen des Unternehmens kommen, sodass zum Beispiel der Aktienkurs fällt oder die Dividende gestrichen wird.

 

Konservative Anleger bevorzugen meist Blue-Chips

Trotz vorhandenem Restrisiko sind Blue-Chips vergleichsweise sicher. Auch Small oder Mid Caps können lukrative Investments sein, hier sollten sich Anleger aber im Vorfeld gut über das Unternehmen, das Geschäftsmodell etc. informieren.

Besonders wer langfristig in Aktien investieren möchte, kann auf Blue-Chips zurückgreifen. Mit diesen Werten sind solide Renditen (unter anderem auch durch die Dividenden) möglich, wenn man als Anleger die richtigen Aktien herauspickt. Kurzfristige Traumrenditen sind bei Blue-Chips eher unwahrscheinlich – das ist aber fast überall an der Börse so.

 

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Und zum Schluss noch ein kleiner Ausflug in die Geschichte

Warum heißen Blue-Chips überhaupt so? Dies geht auf Poker-Spiele in Casinos zurück, wo blaue Jetons (Chips) die höchsten Werte hatten. Als eines der ersten Casinos etablierte übrigens das einflussreiche Casino Monte Carlo Blau als Farbe für die wertvollsten Jetons.

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