Börsengang: Attraktive Kandidaten im Blick

Der starke Auftritt der deutschen Börse belebt auch die zuletzt sehr ausgedörrte IPO-Pipeline. So laufen derzeit anscheinend Vorbereitungen für einen Börsengang im Herbst bzw. einen im kommenden Jahr, die beide für Anleger attraktiv sein könnten. Ein Blick auf den ersten Kandidaten Aurelis.

 

Aurelis - Boeblingen
© Aurelis

Die deutsche Immobilienbranche bleibt im Blickpunkt der Investoren. Nicht zuletzt durch die derzeit laufenden Konsolidierungsversuche - oder besser Kämpfe - zwischen Deutsche Wohnen und Conwert einerseits und Immofinanz und CA Immo andererseits. Dass es derzeit so viel Bewegung gibt, liegt auch an der stetigen Nachfrage nach Immobilienwerten, was auch nicht-börsennotierte Firmen bzw. deren Anteilseigner zum Nachdenken bringt.

So auch Aurelis Real Estate, die frühere Tochter der Deutschen Bahn. Das Unternehmen ist operativ in drei Gebieten tätig. Einmal als Asset Manager mit der Vermietung und Betreuung von Bestandsimmobilien. Die zweite Säule bildet der Bereich Landentwicklung, wo aus Brachland Bauland gemacht wird, das dann weiter vermarktet wird. Und der dritte Geschäftszweig liegt im Hochbau mit der Entwicklung von gewerblichen Bauten, insbesondere in den Bereichen Logistik, Schulen und Verwaltung.

 

Aurelis-Gesellschafter dürften beim Börsengang Kasse machen wollen

Das Unternehmen befindet sich derzeit im Besitz des vom US-Milliardär George Soros gegründeten Private-Equity-Investors Grove. Aktuell liegen auf der Aurelis-Website nur Zahlen von 2010 bis 2013 vor. Dabei fällt auf:

In diesen vier Jahren hatte Aurelis seine Verkaufstätigkeiten von Immobilien deutlich intensiviert. So schnellten die Verkaufserlöse von 2010 (rund 300 Mio. Euro) auf fast 360 Mio. Euro in 2013 hoch. Das lässt sich nur teilweise mit der Preisentwicklung erklären, verweist also auch auf eine Zunahme der Verkaufsaktivitäten.

 

Finanz-Kennzahlen zeigen relative Stabilität

Dadurch fielen aber die ausgewiesenen Mieteinnahmen signifikant von über 90 Mio. Euro in 2010 auf nur noch rund 70 Mio. Euro in 2013. Immerhin scheint darunter die Profitabilität nicht zu leiden. Diese blieb bis auf einen positiven Ausrutscher 2012 sowohl beim Vorsteuer- als auch Nachsteuerergebnis mit Werten um 62 Mio. Euro bzw. 52 Mio. Euro konstant.

Hinsichtlich eines Börsengangs wird derzeit über ein mögliches Platzierungsvolumen von 500 Mio. Euro spekuliert. Insgesamt wird die Firma inklusive Schulden von Analysten mit rund 1 Mrd. Euro bewertet. Ob und wie ein IPO durchgeführt werden kann, werden wohl die nächsten Monate zeigen. Immerhin würde Aurelis wohl ein positives Umfeld vorfinden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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