Börsenwissen: Die Dividendenrendite als Anlagekriterium

Auf der Suche nach lukrativen Aktieninvestments stolpern Anleger früher oder später über die Kennzahl Dividendenrendite. Eine hohe Dividende ist oft besonders für Privatanleger interessant, denn die Dividende wird üblicherweise jährlich ausgeschüttet und ist somit ein fester und auf den ersten Blick von der Kursentwicklung unabhängiger Bestandteil der Rendite.

 

Dividendenrendite
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Bei einer Dividendenrendite von 3-4 Prozent – kein seltener Wert zum Beispiel bei DAX-Titeln – sind die Einnahmen durch die Ausschüttung dementsprechend schon deutlich höher als bei Anlagealternativen wie Festgeld oder Tagesgeld. Als Anleger sollte man sich dennoch nicht von hohen Dividendenrenditen blenden lassen. Bei der Analyse vor einem Aktieninvestment darf die Dividendenrendite nur ein Aspekt von vielen sein – wichtig ist das Gesamtpaket.

 

Merkmale und Berechnung der Dividendenrendite

Dividenden sind Gewinnauszahlungen (im Prinzip wie Bonuszahlungen) an die Aktionäre. Diese Ausschüttungen an die Anteilseigner erfolgen in Deutschland in aller Regel einmal pro Jahr nach der Hauptversammlung des Unternehmens. Die Hauptversammlung beschließt die Höhe der Dividendenzahlung nach Vorschlag des Vorstandes der Aktiengesellschaft.

Die Dividendenzahlung wird dann ins prozentuale Verhältnis zum aktuellen Kurs der Aktie gesetzt. Ein Beispiel: Schüttet ein Unternehmen 2 Euro Dividende an die Aktionäre aus und der Aktienkurs liegt bei 50 Euro, beträgt die Dividendenrendite genau 4 Prozent. Die Rechnung dazu ist einfach – die Dividende wird durch den Aktienkurs geteilt und mit 100 multipliziert.

 

Welche Unternehmen bieten hohe Dividendenzahlungen?

Besonders Blue-Chips schütten häufig eine jährliche Dividende aus, um die Aktionäre am Gewinn zu beteiligen und zu binden. Doch Unterschiede bestehen nicht nur zwischen Großkonzernen und kleinen Unternehmen, auch die Branche spielt eine Rolle.

So ist es manchmal zu beobachten, dass Unternehmen aus dem Technologiesektor geringere Dividenden ausschütten als etwa Dienstleister. Ein Grund dafür ist, dass Technologieunternehmen ihre Gewinne oft zu großen Teilen in die Bereich Forschung und Entwicklung reinvestieren. Unabhängig von der Branche sind Dividendenausschüttungen generell und steigende Dividenden ein gutes Zeichen und positiv zu bewerten.

Aber Vorsicht: Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens eingebrochen ist, wird die Dividendenzahlung nicht zwangsläufig reduziert. Bei sinkenden Kursen und gleichbleibenden Dividenden, steigt die Dividendenrendite an. So versuchen Unternehmen häufig, neue Aktionäre zu locken, um den Aktienkurs zu stabilisieren. Eine kurzfristig hohe Dividendenrendite sagt also grundsätzlich nichts über eine gute (oder schlechte) Entwicklung im Unternehmen aus.

 

Dividendenrendite ist eine wichtige Kennzahl – aber eine von vielen

So sollten Privatanleger nicht nur die bloße Zahl der Dividendenrendite betrachten, sondern stets auch die gesamtheitliche Entwicklung des Unternehmens im Blick behalten. Eine hohe Dividendenausschüttung sagt noch nichts darüber aus, in welche Richtung sich der Aktienkurs bewegt.

Auf der Suche nach einem lukrativen Investment ist es immer ratsam, mehrere Kennzahlen und auch den Gesamtmarkt zu analysieren. Dennoch gilt: Eine hohe Dividendenrendite kann für Anleger durchaus ein Argument für ein bestimmtes Aktieninvestment sein und so sollte diese Kennzahl auch nicht ignoriert werden.

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