Börsenwissen: Hexensabbat – Das geschieht am großen Verfallstag

Mit einem mittelalterlichen Hexentanz hat dieser spezielle Börsentag recht wenig bis gar nichts zu tun. Der Begriff „Großer Hexensabbat“ beschreibt jedoch einen bestimmten Tag an den Aktienmärkten, an dem starke Schwankungen auftreten können. Im Vorfeld weiß man nie so genau was am großen Hexensabbat genau passieren wird und rational begründbar sind die Kursschwankungen meist ebenfalls nicht – und da liegt auch die vermeintliche Parallele zur Magie des historischen Hexentanzes.

 

Börsengewitter
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Der große Hexensabbat findet viermal im Jahr statt. Jeweils am dritten Freitag des März, Juni, September und Dezember. Das besondere an diesen Börsentagen: An den wichtigsten Terminbörsen verfallen Futures und Optionen (also Terminkontrakte) auf Indizes bzw. Aktien. Daher wird der Hexensabbat auch großer Verfallstag genannt. Das bedeutet, dass die Preise für die Terminkontrakte an diesem Tag endgültig festgelegt werden.

 

Was passiert am Hexensabbat?

Um bei der Preisfindung noch ein Wörtchen mitzureden bzw. noch Gewinne einfahren oder Verluste verringern zu können, versuchen die großen Player – institutionelle Anleger wie etwa Fondsmanager oder Banken – Einfluss auf die letzten Stunden und Minuten der Kontrakte zu nehmen. Unter Umständen kann kurzfristiges Handeln noch erhebliche Summen bewegen.

Durch Verkäufe oder Käufe im großen Stil ist das Ziel der Großanleger, den Preis vor dem Verfall der Futures und Optionen je nach Ausgangslage (Käufer oder Verkäufer) unter den Basispreis zu drücken oder darüber zu schieben. So können kurzfristig noch enorme Schwankungen entstehen, die von außen betrachtet nicht nachvollziehbar erscheinen.

 

Auswirkungen für und Rolle von Privatanlegern

Durch das immense Handelsvolumen und die starken Schwankungen ist es gerade für Privatanleger wichtig die Ruhe zu bewahren. Der Einfluss von kleinen Anlegern auf das Geschehen ist ohnehin begrenzt. Der Hexensabbat gehört ohne Zweifel den institutionellen Anlegern. Wichtig für Kleinanleger ist nur, dass sie sich des besonderen Tages bewusst sind und keine übereilten Aktivitäten vornehmen.

Denn auch wenn die kurzfristigen Auswirkungen auf einzelne Kontrakte sehr große sein können – in der Regel pendeln sich die Kurse dann nach dem Hexensabbat auch wieder ein. Wie bei einem Hexentanz ist dann am nächsten Tag nicht mehr viel von der Zauberei zu spüren. Denn hier waren keine Hexen am Werk, sondern „nur“ große Player der Märkte, die Einfluss auf die Kurse nehmen wollten.

Beim Hexensabbat an der Börse geht es also keineswegs magisch zu. Aber: Das Börsenparkett ist ohnehin kaum berechenbar, viermal im Jahr am großen Verfallstag ist dies aber noch stärker als sonst der Fall. Für einen Tag übernehmen vermeintlich übermächtige Kräfte die Geschicke an der Börse.

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