Börsenwissen: Investieren – Einzelne Aktien oder Aktienfonds?

Für Börseneinsteiger kann die Vielzahl der Möglichkeiten bezüglich der Art des Investments schnell überfordernd sein. Bei der Kapitalanlage kann man zum Beispiel auf Einzeltitel setzen oder auch Anteile an einem Aktienfonds erwerben. Beides bietet Vorteile und Nachteile.

 

Aktien-Fonds
© Christian Jung - Fotolia

Für welche Variante sich Privatanleger entscheiden, hängt von verschiedenen Faktoren ab – wichtig sind hierbei Dinge wie Anlageziele, Kenntnisse von der Börse und Kosten der Angebote.

Beim Investment in einzelne Aktien sollten sich Anleger darüber im Klaren sein, dass es selten zum Erfolg führt, „blind“ beliebige Titel zu kaufen. Die Auswahl der Titel erfordert ein gewisses Grundverständnis für die Börse und ihrer Mechanismen.

So ist es vor dem Kauf ratsam, die Papiere zum Beispiel anhand der fundamentalen Kennzahlen zu analysieren oder auch die Chartkonstellation zu beobachten – kurz gesagt: Die Auswahl einzelner Aktien erfordert nicht nur ein gewissen Know-how, sondern bedeutet auch Arbeit und Zeitaufwand.

 

Aktienkauf: Auswahl und Beobachtung

Bei der Auswahl der Titel sollte zudem auf eine Streuung geachtet werden. Etwa nur zwei bis drei verschiedene Aktien zu kaufen, birgt ein zu hohes Risiko – so können schnell große Verluste entstehen. Außerdem ist es in aller Regel ratsam auch innerhalb der Branchen zu streuen.

Langfristig orientierte Anleger lassen die Aktien oft über Jahre im Depot liegen und beobachten nur selten die Kursentwicklung – jedoch muss man als Anteilseigner durchaus in der Lage sein, auf bestimmte Entwicklungen zu reagieren und dabei unter Umständen Papiere abstoßen oder neue Anteile erwerben.

 

Aktienfonds sind nicht gleich Aktienfonds

Beim Erwerb von Fondsanteilen überlässt man die Auswahl der einzelnen Aktien einem professionellen Fondsmanager. Die Fonds sind oft breit aufgestellt und die Performance der vergangenen Jahre lässt Rückschlüsse auf die Qualität des Fonds und des Managements zu.

Aber Aktienfonds unterscheiden sich teils stark voneinander, denn der Schwerpunkt der Aktien – etwa durch die Branchen oder durch regionale Einflüsse – kann jeweils sehr unterschiedlich gewählt sein. Auch hier müssen sich Privatanleger also gründlich im Vorfeld informieren und ihre Anteile behutsam auswählen.

Im Vergleich zu dem Kauf von Einzeltiteln sind Fondsanteile aufgrund des sogenannten Ausgabeaufschlags sowie der Managementgebühren meist kostenintensiver. Dagegen steht, dass professionelle Fondsmanager häufig eine bessere Rendite erzielen als Kleinanleger, die auf eigene Faust investieren.

 

Rendite, Arbeit, Kosten – entscheidende Punkte für Anleger

Eine generelle Antwort auf die Frage, ob Einzeltitel oder Fondsanteile das bessere Investment für Privatanleger sind, kann nicht gegeben werden. Vieles hängt von der individuellen Situation des Anlegers ab:

Traue ich mir zu, meine Aktien selbst auszuwählen? Hab ich die Lust und die Zeit dazu, das Börsengeschehen zu beobachten? Wie hoch sind die Kosten für meinen favorisierten Fonds? Erst nach individueller Beantwortung dieser Fragen, kann ein Anleger für sich entscheiden, ob für ihn eher der Kauf von Einzeltiteln in Frage kommt, oder er sich auf Aktienfonds konzentriert – eine Mischung aus beiden Anlageformen ist natürlich auch eine Option.

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