Börsenwissen: Pennystocks – Billige Aktien mit erheblichen Risiken

Gerade Börsenneulinge träumen häufig vom schnellen Reichtum durch den Aktienhandel. Dabei ist der Wunsch nach immensen Renditen in kurzer Zeit fast immer nur eine Illusion, an der Börse sind vor allem auch Ausdauer und Geduld gefragt.

 

Aktienindex ©Eisenhans - Fotolia
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Das Versprechen nach satten Gewinnen geben für viele Einsteiger auch sogenannte Pennystocks. Doch die vermeintlich günstigen Aktien bergen große Risiken, sodass Privatanleger besser die Finger von den Billig-Aktien lassen und stattdessen in etablierte Werte investieren sollten.

 

Was sind Pennystocks – eine Erklärung

„Penny“ ist die Währungsuntereinheit beispielsweise des britischen Pfund oder des US-Dollars. „Stock“ heißt ins Deutsche übersetzt Aktie. Ein Pennystock ist also auch von seiner Wortbedeutung her nichts anderes als eine Aktie, die besonders preiswert ist und im „Penny-Bereich“ oder in Deutschland im „Cent-Bereich“ liegt.

Eine Aktie in Deutschland, die weniger als einen Euro wert ist, wird demnach üblicherweise auch als Pennystock bezeichnet. Im US-Aktienmarkt nimmt man es mit der Ein-Dollar-Grenze nicht ganz so genau. Hier werden häufig auch Aktien bis zu fünf US-Dollar als Pennystocks bezeichnet.

 

Risiken und Gefahren von Pennystocks

Aus psychologischer Sicht ist das Interesse an Pennystocks zwar nachvollziehbar: Wenn eine Aktie zum Beispiel nur 50 Cent kostet, ist der Kauf schnell getätigt. Die Verlustrisiken erscheinen sehr gering und das Aufstiegspotenzial überproportional groß. Doch das ist ein Trugschluss. Auch bei einem Pennystock sind prozentuale Verluste oder Gewinne so hoch wie bei „normalen“ Aktien.

Hinzu kommt, dass Pennystocks oft größeren Schwankungen unterliegen. Denn diese Aktien werden in der Regel sehr wenig gehandelt. Steigt dann die Nachfrage stark an, kommt es zum Kurssprung. Umgekehrt stürzt der Kurs ab, sobald das Papier von mehreren Anlegern wieder verkauft wird. Hinzu kommt, dass diese Tatsache einen Nährboden für Betrüger bietet.

Aufgrund des geringen Handelsvolumens ist es ihnen möglich, den Kurs des entsprechenden Pennystocks durch gezielte Werbung und eigene Käufe künstlich in die Höhe zu treiben. So streichen diese Betrüger satte Gewinne ein, in der Folge stürzt der Kurs des Pennystocks wieder ins Bodenlose und Anleger haben Verluste zu verzeichnen. Diese Vorgehensweise ist leider kein Einzelfall, sodass es besonders für Börsenneulinge schwer ist, ehrliche und seriöse Anbieter von Betrügern zu unterscheiden.

 

Pennystocks vs. etablierte Werte: Die Antwort ist klar

Wer mit Pennystocks handelt, geht erhebliche und kaum kalkulierbare Risiken ein. Zwar sind Traumrenditen durchaus auch mit Pennystocks möglich, oft stürzen diese Titel aber auch in den Keller und für Anleger ist es schwer, die schwarzen Schafe zu erkennen. So werden Pennystocks schnell zum Glückspiel.

Eine bessere Alternative ist da – gerade für Börseneinsteiger – die Investition in etablierte Werte. Hier besteht natürlich auch die Gefahr, dass der Kurs an Wert verliert, aber die Schwankungen bei sogenannten Blue-Chips sind in aller Regel geringer und die Anbieter zudem seriös.

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