Börsenwissen: So gewinnen Sie mit einer Dividendenstrategie

Eine hohe Rendite wird bei Aktien nicht nur durch Kursgewinne erzielt, sondern auch durch die ausgeschütteten Dividenden. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Anleger bei der Auswahl der Aktientitel auch auf eine ordentliche Dividendenrendite achten. Das geht sogar in manchen Fällen soweit, dass speziell nur Aktien der Unternehmen ausgewählt werden, die eine hohe und regelmäßige Dividende zahlen – diese Anlageform nennt man Dividendenstrategie.

 

Geld-Kurslinie
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Eine Dividendenstrategie bietet mehrere Vorteile, denn im besten Fall wird durch sie nicht nur die Rendite gesteigert, sondern auch das Risiko verringert. Dabei gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Einige Anleger verfolgen eine strikte Strategie nach klaren Regeln, andere entscheiden sich lieber von Fall zu Fall für oder gegen bestimmte Titel.

 

Das sind die Vorteile eines Depots nach Dividendenstrategie

Wählt man für sein Depot ausschließlich Aktien aus, die eine hohe Dividende zahlen, ergeben sich für Anleger mehrere Vorteile. Einer liegt auf der Hand: Die Dividende wird in der Regel jährlich ausgezahlt und so erhöht eine hohe Dividendenrendite die Gesamtrendite zum Teil erheblich.

Unternehmen, die eine hohe Dividende ausschütten, gelten als solide Werte und wirtschaftlich stark – zumindest, sofern die Dividendenzahlungen seit Jahren und auf gleichbleibendem oder steigendem Niveau stattfinden. Das spiegelt sich häufig auch in der Volatilität und der Performance dieser Titel wider. An der Börse nennt man solche Aktien auch gern Aristocrats, wenn diese seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten regelmäßig ihre Dividenden steigerten.

Durch die – im Schnitt – geringeren Schwankungen dividendenstarker Aktien kommen Anleger mit diesen besser durch Krisen. Die Performance ist ebenfalls kein Gegenargument: So stimmt die Annahme, dass Dividendentitel eher wachstumsschwach sind, in der Regel nicht. Dividendenindizes schneiden sogar meist besser ab als die regulären bekannten Indizes.

 

Dividendenstrategie – starre Regeln oder Einzelfallanalyse?

Viele Ökonomen haben sich wissenschaftlich damit auseinandergesetzt, was die erfolgversprechendste Dividendenstrategie ist. So gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, „mechanisch“ nach klaren Regeln in Dividendentitel zu investieren.

Eine bekannte Variante ist, aus einem Index (beispielsweise dem DAX) die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenzahlung zu betrachten und davon die fünf Titel mit dem niedrigsten Kurs auszuwählen. Nach genau einem Jahr wiederholen Anleger den Vorgang und schichten um.

Diese Dividendenstrategie ist statistisch gesehen erfolgreich. Gänzlich auf Einzeltitelanalysen zu verzichten, ist dennoch nicht unbedingt ratsam. Wer nur nach diesem Schema investiert, verliert häufig den Blick für das wirtschaftliche Umfeld und die jeweils aktuelle Situation in den Unternehmen.

 

Strategie stets eine individuelle Entscheidung

Bei der Auswahl der Titel sollte neben der Höhe der Dividende auch darauf geachtet werden, dass diese möglichst seit einem langen Zeitraum konstant gezahlt werden – im besten Fall wurden die Zahlungen regelmäßig erhöht sowie aus dem Cash Flow und nicht aus der Substanz bezahlt. Zudem sind auch die wirtschaftliche Situation der Unternehmen und das Marktumfeld von Bedeutung.

Für Anleger, die sich keine Analyse von Einzelaktien zutrauen, kann auch die mechanische Variante sinnvoll sein. Auf welche Dividendenstrategie man sich festlegt – oder ob man überhaupt auf dividendenstarke Titel setzen möchte – muss jeder Anleger letztlich jedoch individuell entscheidet. Denn Garantien gibt es an der Börse nicht.

 

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