Börsenwissen: So lesen Sie KGV, KBV und KUV richtig

Um erfolgreiche Aktien-Investments zu tätigen, sollten sich Anleger zunächst mit den zahlreichen fundamentalen Kennzahlen auseinandersetzen. Auf diese Weise lassen sich Aktien besser miteinander vergleichen und das vereinfacht die Auswahl der Titel. Bei einem Papier mit guten fundamentalen Kennzahlen ist die Wahrscheinlichkeit für ein ertragreiches Investment höher.

 

Aktien-Analyse
Aktienanalyse © Denis Junker

Doch wann sind fundamentale Kennzahlen als gut einzuschätzen und welche Kennzahlen sind entscheidend? Beide Fragen sind nicht pauschal zu beantworten, jedoch gibt es einige Kennzahlen, die allgemein als wichtig gelten. Zu ihnen gehören zum Beispiel das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV). Diese Werte sollten Anleger möglichst vor jedem Aktien-Kauf in Erfahrung bringen.

 

Das KGV – die wohl bekannteste Kennzahl

Um das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu errechnen wird der aktuelle Kurs einer Aktie durch den Gewinn je Aktie geteilt. Die Berechnung der Kennzahl ist demnach relativ einfach, die richtige Interpretation hingegen schon etwas schwieriger.

So gilt allgemein ein KGV von beispielsweise 8-12 als „gut“, während ein KGV von beispielsweise 18-22 in der Regel als „schlecht“ gewertet werden kann. Pauschal lässt sich diese Aussage jedoch nicht tätigen und das KGV alleine hat keine besonders große Aussagekraft.

Es gilt zwar der Grundsatz „je niedriger desto besser“, bei der Bewertung der Kennzahl müssen aber stets auch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld, die Konkurrenz und die Besonderheiten der Branche betrachtet werden. Zudem sollte man sich bei der Aktienauswahl nicht nur auf das KGV stützen, sondern auch andere Kennzahlen in Augenschein nehmen.

 

Das KUV – auch der Umsatz kann entscheidend sein

So zum Beispiel das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV), welches sich ganz ähnlich wie das KGV und relativ leicht berechnen lässt. Dafür wird der aktuelle Aktienkurs eines Unternehmens durch den Umsatz je Aktie geteilt.

Bei der Bewertung der Kennzahl lässt sich feststellen, dass – bei bereits etablierten Unternehmen – ein KUV unter 1 als gut bis sehr gut gilt. Diese Aktien sind somit vom Umsatz her vergleichsweise günstiger bewertet als Aktien mit einem KUV von beispielsweise 1,4.

Bei der Interpretation des KUV sollte beachtet werden, dass der Gewinn oder Verlust eines Unternehmens dabei komplett ignoriert wird. Dafür ist das KUV aber eine Kennzahl, die nicht manipulierbar ist. Der Gewinn hingegen kann – etwa durch Abschreibungen – geschönt dargestellt sein. Von daher ist durchaus eine Betrachtung beider Kennzahlen sinnvoll.

 

Das KBV – nicht isoliert betrachten

Ergänzt werden können die Kennzahlen KGV und KUV am besten noch durch die Betrachtung des Kurs-Buchwert-Verhältnisses (KBV). Das KBV wird berechnet, indem man den aktuellen Aktienkurs durch das Eigenkapital je Aktie teilt. Ein KBV von unter 1 gilt allgemein als gut.

Dies bezieht sich jedoch vor allem auf Unternehmen mit viel Substanz. Zum Buchwert gehören nämlich beispielweise Immobilien und Maschinen eines Unternehmens, davon abgezogen werden die Schulden und die immateriellen Güter wie zum Beispiel Patente.

Das führt dazu, dass zum Beispiel Unternehmen mit einem besonders starken Markennamen (als immaterielles Gut) auch schon mal ein höheres KBV aufweisen als andere.

Beim Kurs-Buchwert-Verhältnis gilt demnach besonders, was auch auf sämtliche anderen Kennzahlen zutrifft: Um sie als Anleger richtig einschätzen zu können, sollte man die Kennzahlen stets ins Verhältnis setzen und nie isoliert betrachten.

 

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