Boliden Ab Aktie: Rekordquartal mit Aitik-Dämpfer
Höhere Metallpreise steigerten Boliden-Gewinn und Umsatz; zugleich sank der freie Cashflow, während Aitik mit geringerem Kupfergehalt kämpft.

- Operativer Gewinn steigt um 78 Prozent
- Metallpreise liefern 3,2 Milliarden Kronen
- Freier Cashflow sinkt auf 1,12 Milliarden
- Aitik-Prognose für Kupfergehalt reduziert
Boliden hat im dritten Quartal das stärkste Ergebnis der Firmengeschichte eingefahren. Der bereinigte operative Gewinn übertraf die Erwartungen klar, getrieben von hohen Kupfer- und Zinkpreisen. Ein Wermutstropfen bleibt: Der freie Cashflow halbierte sich.
Metallpreise treiben das Ergebnis
Der operative Gewinn ohne Lagerneubewertung stieg um 78 Prozent auf 4,89 Milliarden Kronen. Analysten hatten laut FactSet nur mit rund 4,24 Milliarden gerechnet. Der Umsatz legte um 39 Prozent auf 30,44 Milliarden Kronen zu, der Gewinn je Aktie sprang von 8,07 auf 13,69 Kronen.
Den größten Hebel lieferten die Preise. Sie steuerten gegenüber dem Vorjahresquartal gut 3,2 Milliarden Kronen zum Ergebnis bei, vor allem durch teureres Kupfer, Zink, Gold und Silber. Weniger Volumen in Garpenberg nach den seismischen Ereignissen sowie Inflation und höhere Ölpreise bremsten teilweise.
Die Minensparte erzielte knapp 3,94 Milliarden Kronen. Die Schmelzhütten verdoppelten ihren Beitrag auf rund 1,48 Milliarden Kronen. Kevitsa verarbeitete so viel Erz wie nie zuvor, Harjavalta meldete einen Rekord bei der Nickelverarbeitung.
Aitik und Cashflow als Schwachstellen
Die Kupfermine Aitik macht weiter Probleme. Boliden senkte die Prognose für den Kupfergehalt auf 0,16 Prozent, nach zuvor 0,18 Prozent, weil Abraumgestein das Erz verdünnt. Als Ausgleich soll die verarbeitete Menge auf 42 Millionen Tonnen steigen.
Der freie Cashflow fiel auf 1,12 Milliarden Kronen, nach 2,28 Milliarden im Vorjahr. Hauptgrund ist gebundenes Working Capital. Die Bilanz bleibt solide: Die Nettoverschuldung liegt bei 21 Prozent des Eigenkapitals, vor einem Jahr waren es 25 Prozent.
Auch die Schmelzhütten stehen vor einem Gegenwind. Die Spot-Bearbeitungsgebühren für Kupfer- und Zinkkonzentrate sind schwach, was die Margen künftig belasten könnte. Starke Schwefelsäurepreise federn das ab.
Nexa und Projekte im Blick
Die geplante Übernahme von 64,68 Prozent an Nexa Resources soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden, vorbehaltlich mehrerer behördlicher Genehmigungen. Eine Überbrückungsfinanzierung über 20 Milliarden Kronen blieb bislang ungenutzt.
Beim Rönnskär-Tankhouse läuft der Hochlauf im vierten Quartal an. Das Projekt soll mindestens 1,5 Milliarden Kronen zusätzliches EBITDA pro Jahr bringen. In Odda erreichte die Röstanlage im September 70 Prozent Verfügbarkeit.
An der Börse in Stockholm legte die Aktie am Donnerstag rund zwei Prozent auf 508,80 Kronen zu. Die Investitionsplanung für 2026 bleibt bei 15,5 Milliarden Kronen. Die Prognose für 2027 will Boliden am 8. Dezember vorlegen.
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