Boliden: Laver-Konzession bestätigt, 5,6 Prozent Plus

Schwedens Regierung weist Einsprüche gegen Bolidens Kupferprojekt Laver zurück. Die Aktie legt deutlich zu, während das Unternehmen die nächste Genehmigungsphase anstrebt.

Die Kernpunkte:
  • Regierung weist Einsprüche zurück
  • Aktienkurs steigt um 5,6 Prozent
  • Kupferproduktion könnte sich verdoppeln
  • Umweltgenehmigung als nächster Schritt

Die schwedische Regierung hat am 12. August eine wegweisende Entscheidung für den Bergbaukonzern Boliden AB getroffen und zwei Beschwerden gegen die Abbaukonzession für das Kupferprojekt Laver zurückgewiesen.

Diese Nachricht stützte den Kurs der Aktie maßgeblich, die am Freitag im Handel um 5,6 Prozent auf einen Schlusskurs von 51,30 Euro zulegte. Damit reagierten die Anleger auf die Bestätigung der Konzession, die ursprünglich bereits im September 2025 vom schwedischen Bergbauinspektorat erteilt worden war.

Massive Kapazitätserweiterung für die europäische Kupferversorgung

Das Projekt Laver gilt als einer der wichtigsten Bausteine in der Wachstumsstrategie von Boliden. Medienberichten zufolge könnte die Inbetriebnahme der Mine die schwedische Kupferproduktion verdoppeln. Für den europäischen Markt hat das Vorhaben strategische Bedeutung: Die Selbstversorgungsrate Europas mit Kupfer könnte durch Laver um etwa 10 Prozent steigen.

Das Unternehmen schätzt die angezeigten Mineralressourcen am Standort auf rund 849.500 Kilotonnen mit einem Kupfergehalt von 0,24 Prozent. Neben Kupfer umfasst die Konzession auch die Gewinnung von Gold, Silber und Molybdän.

Mit der Abweisung der Einsprüche durch die Regierung ist ein bedeutendes regulatorisches Hindernis beseitigt. Boliden wird nun den nächsten Schritt im Genehmigungsverfahren einleiten und die erforderliche Umweltgenehmigung für Laver beantragen. Neben der Rohstoffsicherung verspricht das Projekt auch einen wirtschaftlichen Impuls für die Region; Schätzungen gehen davon aus, dass rund 2.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen könnten.

Strategische Expansion im Norden Schwedens

Die Entscheidung zu Laver ist nicht der einzige Erfolg, den Boliden im laufenden Jahr auf regulatorischer Ebene verbuchen konnte. Bereits im Mai bestätigte die schwedische Regierung die Konzession für das Projekt Nautanen, das etwa 15 Kilometer nordwestlich der bestehenden Aitik-Mine liegt. Auch hier wurde eine Beschwerde abgewiesen, womit Boliden den Zugriff auf ein weiteres bedeutendes Kupfervorkommen sicherte.

Nautanen wird als Untertageprojekt geplant und könnte nach vorliegenden Prognosen bis zu 3 Prozent der europäischen Kupferproduktion beisteuern. Ein operativer Start wird hier für den Beginn der 2030er Jahre angestrebt, sofern die ausstehenden Genehmigungen erteilt werden. Mit diesen beiden Projekten festigt Boliden seine Rolle als einer der zentralen Akteure bei der Gewinnung kritischer Metalle für die europäische Industrie.

Marktumfeld und technische Entwicklung

Der jüngste Kursschub am Freitag fügt sich in ein insgesamt freundliches Umfeld für den Rohstoffsektor ein. Zu Beginn des Monats August verzeichneten die weltweit führenden Bergbauunternehmen einen deutlichen Anstieg der Marktkapitalisierung, wobei insbesondere Gold- und Silbervorkommen die Bewertung stützten. Boliden profitierte von dieser allgemeinen Sektorstärke und den unternehmensspezifischen Nachrichten gleichermaßen.

Durch den jüngsten Anstieg notiert die Aktie nun mit einem Abstand von 8,3 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt, der bei 47,35 Euro liegt. Diese technische Erholung kontrastiert mit der Stimmung aus dem frühen Sommer; am 2. Juli hatte das Analysehaus Berenberg das Papier noch von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft und dies mit operativen Herausforderungen begründet.

Die jüngsten Fortschritte bei den Genehmigungsverfahren für Laver und Nautanen scheinen nun jedoch die langfristigen Produktionsaussichten wieder stärker in den Fokus der Investoren zu rücken.

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