Bolloré: Gericht stoppt Milliarden-Angebot

Berufungsgericht entlastet Bolloré im Vivendi-Streit. Die Aktie bleibt trotzdem unter Druck und notiert technisch überverkauft.

Die Kernpunkte:
  • Keine Kontrolle über Vivendi festgestellt
  • Milliarden-Offerte vorerst vom Tisch
  • CIAM kündigt nächste Instanz an
  • Aktie technisch überverkauft bei 4,11 Euro

Bolloré SE kann vorerst aufatmen. Ein französisches Berufungsgericht hat entschieden, dass der Mischkonzern den Medienriesen Vivendi nicht kontrolliert. Damit ist die Pflicht zu einem milliardenschweren Übernahmeangebot vorerst vom Tisch. Das Urteil entlastet die Bilanz des Unternehmens massiv.

Wende im Kontrollstreit

Der Rechtsstreit dreht sich um die Abspaltungen bei Vivendi im Jahr 2024. Die Minderheitsaktionärin CIAM warf der Bolloré-Gruppe vor, trotz einer Beteiligung von 29,3 Prozent die Fäden in der Hand zu halten. Ab einer Schwelle von 30 Prozent greift in Frankreich die Pflicht für ein öffentliches Übernahmeangebot. Das Pariser Berufungsgericht sah nun keinen Beweis für eine faktische Kontrolle.

Der Investor CIAM gibt sich jedoch nicht geschlagen. Die Kläger kündigten bereits an, vor den französischen Kassationshof zu ziehen. Vivendi selbst begrüßte die Entscheidung und sieht seine bisherige Analyse bestätigt. Die Bolloré-Seite hält sich mit öffentlichen Kommentaren derzeit zurück.

Aktie im Sog der Unsicherheit

An der Börse herrscht Skepsis. Die Bolloré-Aktie notiert bei 4,11 Euro und verlor auf Monatssicht gut 24 Prozent. Mit einem RSI von 29,4 gilt das Papier technisch als überverkauft.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5,75 Euro beträgt mittlerweile fast 30 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich auf rund 11,5 Milliarden Euro. Parallel dazu bleibt die Volatilität mit annualisierten 76 Prozent auf einem hohen Niveau.

Bolloré bleibt ein Schwergewicht im Mediensektor. Das Unternehmen hält signifikante Anteile an Canal+, Havas und der Louis Hachette Group. Neben den Medienaktivitäten ist der Konzern in der Öllogistik und der Stromspeicherung aktiv.

Der Gang vor den Kassationshof markiert die letzte Hürde in diesem Verfahren. Erst mit der dortigen Entscheidung herrscht endgültige Rechtssicherheit über die Milliarden-Verpflichtungen des Konzerns. Das Urteil wird die strategische Spielraum der Bolloré-Familie für die kommenden Jahre definieren.

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