Boston Scientific Aktie: 77 auf 57 Dollar – WATCHMAN belastet
Needham senkt Kursziel für Boston Scientific auf 57 Dollar. Schwache WATCHMAN-Verkäufe belasten die Aktie trotz solider Bilanz.

- Kursziel von 77 auf 57 Dollar reduziert
- WATCHMAN-Umsätze stagnieren laut Prognose
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief bei 37 Euro
- Milliarden-Rückkaufprogramm angekündigt
Eine der wichtigsten Umsatzstützen von Boston Scientific droht zu enttäuschen. Das Analysehaus Needham & Company hat sein Kursziel für die Aktie drastisch von 77 auf 57 Dollar gesenkt. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen. Der Grund: schleppende Verkäufe des WATCHMAN-Herzvorhofsverschlusses – einem Kernprodukt des Medizintechnikkonzerns.
Das Management selbst erwartet laut Analysten für das zweite und dritte Quartal 2026 stagnierende Umsätze in diesem Segment. Needham rechnet sogar für die folgenden zwei Jahre mit nur verhaltenem Wachstum. Arbeitsablaufprobleme, klinische Studien und Erstattungsfragen belasten das Geschäft. Der Konsens der Marktbeobachter liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 81,32 Dollar – bei moderater Kaufempfehlung.
Aktie unter Druck – 52-Wochen-Tief nah
Die Aktie notiert aktuell bei 39,15 Euro, ein Plus von 0,38 Prozent zum Vortag. Die Tendenz bleibt aber schwach. Seit Jahresbeginn verlor das Papier 51,67 Prozent. Das 52-Wochen-Tief von 37,08 Euro erreichte die Aktie Ende Juni – nur gut fünf Prozent unter dem aktuellen Niveau.
Institutionelle Anleger zeigen ein gemischtes Bild. Capstone Capital Management stockte sein Engagement im ersten Quartal um 576,3 Prozent auf 41.209 Aktien auf. Penobscot Investment Management fuhr seine Position im gleichen Zeitraum um 68,1 Prozent auf 17.212 Anteile zurück.
Starke Bilanz, Millionen-Rückkauf
Die Fundamentaldaten des Konzerns stehen nicht infrage. Im ersten Quartal 2026 übertraf Boston Scientific die Erwartungen: Der Gewinn je Aktie lag bei 0,80 Dollar – ein Cent über der Prognose. Der Umsatz stieg um 11,6 Prozent auf 5,20 Milliarden Dollar.
Der Vorstand reagiert mit einem milliardenschweren Rückkaufprogramm: fünf Milliarden Dollar sind für den Aktienrückkauf vorgesehen. Dazu kauften Unternehmensinsider in den letzten drei Monaten rund 9.800 Anteile für 554.012 Dollar – ein klares Bekenntnis zur eigenen Aktie.
Die größte Belastung bleibt das Sorgenkind WATCHMAN. Wie lange das Umsatzwachstum brachliegt, entscheidet über den weiteren Kursverlauf.
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