BP Aktie: CEO-Wechsel zahlt sich aus
UBS stuft BP nach CEO-Wechsel auf 'Buy' hoch und sieht großes Sparpotenzial durch die radikale Vereinfachung der Konzernstruktur. Die Aktie nähert sich ihrem Jahreshöchststand.

- UBS erhöht Rating und setzt attraktives Kursziel
- Neue CEO vereinfacht Konzernstruktur radikal
- Analysten sehen milliardenschweres Sparpotenzial
- Hohe Verschuldung bleibt kritischer Punkt
Neue Chefin, neuer Kurs, neue Bewertung: BP erlebt gerade eine seltene Kombination aus strukturellem Umbau und starkem Rückenwind vom Ölmarkt. Die Aktie legte am Mittwoch knapp 3,4 Prozent zu und notiert mit rund 6,71 Euro nur noch knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Den Anstoß lieferte UBS. Die Investmentbank stufte BP von „Neutral“ auf „Buy“ hoch und setzte ein Kursziel von 700 Pence — das entspricht einem deutlichen Aufschlag zum aktuellen Niveau. Als Haupttreiber nennen die Analysten Meg O’Neill, die seit dem 1. April als neue CEO amtiert.
Zwei Einheiten statt Flickenteppich
O’Neills erster großer Schritt ist eine radikale Vereinfachung der Konzernstruktur. BP bündelt seine Aktivitäten künftig in zwei Einheiten: Upstream für Öl- und Gasförderung sowie Downstream für Raffinerie, Marketing und Handel. Damit verabschiedet sich der Konzern spürbar von den ambitionierten Grünenergiezielen der Vorgängerführung.
UBS sieht in dieser Verschlankung erhebliches Sparpotenzial. Während BP bislang Einsparungen von 1,5 Milliarden Dollar angesteuert hatte, schätzen die Analysten das Potenzial durch den Umbau auf 3 bis 6 Milliarden Dollar — ein Vielfaches des ursprünglichen Ziels.
Schulden als offene Flanke
Trotz der positiven Dynamik bleibt die Bilanz ein kritischer Punkt. BPs Nettoverschuldungsquote liegt bei 47 Prozent — der höchste Wert im globalen Peer-Vergleich, während der Sektordurchschnitt bei 28 Prozent liegt. Bis 2028 könnte die Quote auf 27 Prozent sinken, sofern Brent-Öl nahe 80 Dollar je Barrel bleibt.
Kurzfristig dürfte die Nettoverschuldung allerdings auf 25 bis 27 Milliarden Dollar ansteigen, bedingt durch höheren Working-Capital-Bedarf. Das Schuldenthema bleibt damit auf der Agenda.
Rückenwind kommt derweil vom Ölmarkt selbst. Brent notierte zuletzt nahe 98 bis 100 Dollar je Barrel, gestützt durch anhaltende Spannungen rund um den Iran-Konflikt. BP hatte für das erste Quartal 2026 bereits ein „außergewöhnliches“ Handelsergebnis signalisiert — die Zahlen dazu folgen am 28. April.
Kenia-Klage trübt das Bild leicht
Nicht alles läuft reibungslos. Ein Gericht in Kenia ließ am Mittwoch eine Sammelklage gegen BP zu. Hintergrund: 299 Kläger werfen dem Konzern vor, dass toxische Abfälle aus der Ölexploration der 1980er-Jahre — damals unter dem Namen Amoco, den BP 1998 übernahm — das Grundwasser in der Chalbi-Wüste verseucht hätten. Das Verfahren geht im Mai weiter.
Der Analystenkonsens steht aktuell bei sechs Kaufempfehlungen und drei Halteempfehlungen. Die Q1-Zahlen am 28. April werden zeigen, ob das angekündigte Handelsergebnis die hohen Erwartungen tatsächlich trägt — und ob O’Neills Kurs schon in den ersten Wochen messbare Spuren hinterlässt.
BP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BP-Analyse vom 17. April liefert die Antwort:
Die neusten BP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




