BP Aktie: Chairman Manifold fristlos abberufen
BP entlässt Chairman Manifold nach Whistleblower-Bericht. Anleger reagieren verunsichert, Aktie verliert deutlich an Wert.

- Chairman Manifold mit sofortiger Wirkung abgesetzt
- Whistleblower-Bericht als Auslöser genannt
- Ian Tyler übernimmt kommissarisch den Vorsitz
- Aktienkurs fällt auf 5,95 Euro zurück
BP kommt nicht zur Ruhe. Nur wenige Wochen nach dem Amtsantritt der neuen CEO Meg O’Neill sorgt ein abrupter Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrats für massive Verunsicherung. Der Chairman Albert Manifold wurde mit sofortiger Wirkung abberufen – ein Schritt, der am Markt ernsthafte Fragen zur internen Governance aufwirft.
Der Verwaltungsrat stimmte einstimmig für die Absetzung von Manifold. Als Grund nennt das Unternehmen schwerwiegende Bedenken hinsichtlich der Führungsstandards und des Verhaltens. Ein Whistleblower-Bericht über den Umgang mit Kollegen soll den Ausschlag für die sofortige Trennung gegeben haben.
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Ian Tyler übernimmt den Posten interimistisch. Der erfahrene Manager aus dem Infrastruktursektor soll für Stabilität sorgen und die strategische Ausrichtung stützen. Für BP ist es eine kritische Phase: Der Konzern sah in den vergangenen drei Jahren bereits mehrfache Wechsel an der Spitze von Vorstand und Verwaltungsrat.
Manifold selbst wehrt sich derweil öffentlich gegen die Vorwürfe. Er bezeichnete seine Absetzung als überraschend und kündigte an, gegen die aus seiner Sicht falsche Darstellung vorzugehen. Ein langwieriger Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Vorsitzenden und dem Energie-Riesen könnte die Folge sein.
Anleger reagierten nervös auf das erneute Führungsvakuum. Die Aktie verlor binnen eines Monats mehr als zehn Prozent an Wert und notiert aktuell bei 5,95 Euro. Trotz der jüngsten Verluste steht auf Jahressicht noch immer ein Plus von rund 39 Prozent zu Buche.
Operativ lief es zuletzt besser. BP erwirtschaftete im ersten Quartal einen bereinigten Gewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz übertraf mit 52,26 Milliarden US-Dollar die Erwartungen der Analysten deutlich.
An der Ausschüttung hält der Konzern fest. Ende Juni soll eine Dividende von knapp 0,50 US-Dollar je ADS fließen. Parallel dazu prüfen erste Kanzleien rechtliche Schritte wegen möglicher Verstöße gegen Publizitätspflichten im Zusammenhang mit dem Personalwechsel.
Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für den Vorsitz läuft bereits. Für BP geht es nun darum, die Disziplin bei den Investitionen zu wahren und weitere Unruhe im Management-Team zu verhindern.
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