BP Aktie: Doppelbelastung zum Amtsantritt

Meg O'Neill übernimmt die Führung bei BP, während ein Ultimatum von Klimaaktionären zur Aufnahme einer Resolution in die Hauptversammlung ausläuft. Der Konzern sieht sich mit einer Governance-Krise konfrontiert.

Die Kernpunkte:
  • Investoren fordern Resolution zur Klimastrategie
  • Rechtliche Auseinandersetzung mit Follow This droht
  • O'Neills Führung wird sofort auf die Probe gestellt
  • Hauptversammlung Ende April als nächster Meilenstein

Meg O’Neill übernimmt heute offiziell das Ruder bei BP — und tritt damit direkt in eine handfeste Governance-Krise. Ausgerechnet am ersten Tag ihrer Amtszeit läuft ein rechtliches Ultimatum ab, das institutionelle Investoren gegen den Konzern aufgebaut haben.

Das Ultimatum der Klimaaktionäre

Die Aktionärsgruppe Follow This hatte BP gemeinsam mit 16 institutionellen Investoren, die zusammen über eine Billion Euro verwalten, eine klare Frist gesetzt: Bis zum 1. April sollte BP eine Aktionärsresolution in die Tagesordnung der Hauptversammlung aufnehmen — oder mit einer Klage rechnen.

Der Hintergrund: BP hatte im Januar 2026 selbst bestätigt, dass die Resolution die formalen Einreichungsschwellen erfüllt. Als das Unternehmen am 6. März seine Einladung zur Hauptversammlung veröffentlichte, fehlte der Antrag trotzdem. Die Resolution verlangt von BP eine Erklärung, wie der Konzern den Aktionärswert bei langfristig sinkender Öl- und Gasnachfrage schützen will.

Die Anwaltskanzlei Mishcon de Reya bezeichnete BPs Vorgehen in einem Schreiben als „pauschale Ausschlusspolitik“ und warnte, dies sei mit den gesetzlichen Aktionärsrechten unvereinbar. Folgt BP dem Ultimatum nicht, drohen laut Follow This Geldbußen für die Vorstandsmitglieder sowie mögliche Verfahren vor dem High Court.

BP hält an seiner Position fest: Der Vorstand habe nach rechtlicher Beratung festgestellt, dass die Resolution nicht wirksam als Weisung an den Vorstand fungieren könnte und damit unzulässig sei. Follow This hält dagegen, es gebe keinen modernen Präzedenzfall, dass ein FTSE-100-Unternehmen eine anderweitig zulässige Aktionärsresolution nach dem britischen Companies Act ablehnt.

Neue Chefin, sofortiger Belastungstest

O’Neill kommt von Woodside Energy, wo sie seit 2021 als CEO die Übernahme von BHP Petroleum International verantwortete und das Unternehmen zur größten an der australischen Börse notierten Energiegesellschaft ausbaute. Ihr Jahresgehalt bei BP ist auf 1,6 Millionen Pfund festgesetzt.

Der Zeitpunkt der Eskalation ist kein Zufall. Bereits auf der Hauptversammlung 2025 stimmten knapp ein Viertel der Aktionäre gegen den damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden, nachdem der Vorstand eine Abstimmung über den revidierten Klimaübergangsplan verweigert hatte. Der Umgang mit dem Follow-This-Antrag wird nun als früher Gradmesser dafür gelten, wie das neue Führungsduo mit Klimagovernance und Aktionärsdialog umgehen will.

Die Hauptversammlung ist für den 23. April 2026 in Sunbury-on-Thames angesetzt. Bis dahin dürfte das Verhältnis zwischen BP-Vorstand und seinen institutionellen Investoren maßgeblich davon abhängen, wie der Konzern die nächsten Wochen navigiert. Zwei Analysten-Upgrades — Goldman Sachs bekräftigte zuletzt sein Kaufvotum, Morgan Stanley stufte die Aktie Ende März auf „Overweight“ hoch — zeigen zwar, dass die Finanzwelt das Unternehmen positiv bewertet. Die eigentliche Bewährungsprobe für O’Neill beginnt jedoch heute.

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