BP Aktie: JPMorgan senkt auf 550 Pence

BP-Chefin Meg O’Neill leitet einen tiefgreifenden Konzernumbau ein, während Analysten die Kursziele senken und der Fokus auf fossile Brennstoffe zurückkehrt.

Die Kernpunkte:
  • Analysten senken Kursziele deutlich
  • Führungsebene wird verschlankt
  • Rückbesinnung auf Öl und Gas
  • Aktie notiert unter 200-Tage-Linie

BP steht vor einer Zäsur. Die neue Chefin Meg O’Neill baut den Konzern radikal um. Parallel dazu streichen Analysten ihre Kursziele zusammen. Im Fokus steht die Rückkehr zum Kerngeschäft mit fossilen Brennstoffen.

Analysten kürzen Kursziele

JPMorgan senkte das Kursziel für die in London notierten Titel auf 550 Pence. Analyst Matthew Lofting sieht das Raffineriegeschäft zwar gut aufgestellt. Er verweist aber auf Unsicherheiten im anstehenden Quartalsbericht.

Jefferies reagierte deutlicher und kappte das Ziel um 20 Prozent auf 520 Pence. Die Experten reduzierten parallel dazu ihre Gewinnerwartung für das laufende Quartal auf 0,24 US-Dollar. TD Cowen schloss sich dem Trend an und senkte das Ziel für die US-Hinterlegungsscheine auf 40 US-Dollar.

Umbau in der Führungsetage

Meg O’Neill setzt derweil auf eine schlankere Führungsebene. Vize-Chefin Carol Howle verlässt das Unternehmen nach 26 Jahren überraschend im dritten Quartal 2026. Ihr Posten wird nicht neu besetzt, um die Hierarchien zu vereinfachen.

Seit dem 1. Juli bündelt der Konzern sein Geschäft in nur noch zwei Sparten für Förderung und Verarbeitung. Parallel dazu besetzte BP die Führungspositionen im Handel und Personalwesen neu. Dieser Schritt soll den Übergang in die neue Struktur absichern.

Fokus auf fossile Brennstoffe

Die strategische Neuausrichtung belastet die Bilanz. Berichten zufolge bereitet BP Abschreibungen von bis zu fünf Milliarden US-Dollar vor. Diese betreffen vor allem die Sparte für erneuerbare Energien. Der Konzern priorisiert stattdessen wieder die Öl- und Gasförderung.

Ein symbolischer Schritt markiert diesen Wandel im Kaspischen Meer. Am 2. Juli übergab BP die Betriebsführung der BTC-Pipeline an den aserbaidschanischen Staatskonzern SOCAR. Dennoch investiert das Unternehmen weiter in Großprojekte. Ein Beispiel ist die Thunder-Horse-Plattform im Golf von Mexiko. Hier beauftragte BP kürzlich neue Systeme für die Unterwasserförderung.

Technische Warnsignale am Markt

An der Börse hinterlassen die Umbrüche Spuren. Mit 5,47 Euro notiert die Aktie rund 22 Prozent unter ihrem Jahreshoch. Der Kurs liegt damit aktuell unter der 200-Tage-Linie von 5,59 Euro.

Ein RSI-Wert von 34,1 deutet auf eine technisch überverkaufte Situation hin. Die Analystentreffen im weiteren Verlauf des Julis bilden den nächsten Meilenstein. Meg O’Neill muss dort erklären, wie sie das Nettoverschuldungsziel von maximal 18 Milliarden US-Dollar erreichen will.

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