BP Aktie: Kein Aktienrückkauf

BP übertraf Analystenschätzungen, senkte die Nettoschulden früher als geplant und ließ die Dividende unverändert.

Die Kernpunkte:
  • Bereinigter Quartalsgewinn bei 8,46 Milliarden Dollar
  • Raffinerie und Handel lieferten 5,73 Milliarden Dollar
  • Nettoschulden ein Jahr früher reduziert
  • Dividende blieb bei 8,66 Cent je Aktie

Die Zahlen sind glänzend, doch ein Signal fehlt: Während Wettbewerber zuletzt weitere Aktienrückkäufe ankündigten, hält sich BP zurück. Trotz eines Gewinnsprungs im dritten Quartal bleibt der Konzern bei der Ausschüttung vorsichtig.

Raffinerien und Handel tragen den Gewinn

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn auf Replacement-Cost-Basis lag bei 8,46 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit rund 7,33 Milliarden gerechnet, vor einem Jahr waren es nur 2,2 Milliarden. Es ist das stärkste Ergebnis seit 18 Jahren.

Den Ausschlag gaben der Gas- und Marketinghandel sowie deutlich höhere Raffineriemargen. Allein Raffinerie und Handel steuerten 5,73 Milliarden Dollar bei. Die Sparte Kunden und Produkte kam auf einen operativen Gewinn von 6,95 Milliarden Dollar.

Der Hintergrund: Der Iran-Krieg und ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien verknappen Öl und Kraftstoffe. Brent notiert laut Marktdaten bei rund 117 Dollar, Kraftstoffpreise sind noch stärker gestiegen. Raffinerien laufen nahe der Kapazitätsgrenze, Schiffe nehmen längere Routen.

Schuldenziel früher erreicht

Der operative Cashflow erreichte 14,8 Milliarden Dollar. Die Nettoverschuldung sank auf 13,9 Milliarden Dollar, ein Jahr früher als geplant. Auch die Ziele für strukturelle Kosteneinsparungen hat der Konzern erreicht.

Konzernchefin Meg O’Neill, seit April im Amt, sieht bei den verbleibenden zwei der vier Finanzziele für 2027 „line of sight“. Die Dividende beträgt unverändert 8,66 Cent je Aktie.

Börse reagiert moderat

Die Aktie legte im frühen Londoner Handel um gut ein Prozent zu und notiert mit rund 632 Pence nahe dem Jahreshoch von 638,5 Pence. Der steigende Ölpreis stützte zusätzlich den FTSE 100, der als einziger großer europäischer Index im Plus lag, während Technologiewerte Europas Börsen belasteten.

Anleger bekommen bald mehr Klarheit über den Kurs des Konzerns: Am 15. Dezember will O’Neill ein strategisches Update geben. Dann dürfte sich zeigen, ob die ausbleibenden Rückkäufe ein Zeichen von Disziplin beim Schuldenabbau sind oder ob der Konzern die Rekordgewinne anders einsetzen will.

Anzeige

Stand heute, 30. Oktober: BP – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in BP investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

BP: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu BP