BP Aktie: Krise und Neuanfang

BP drosselt die Produktion im Irak nach Drohnenangriffen und steht vor einer strategischen Neuausrichtung unter neuer CEO. Der Ölpreisschock belastet den Konzern.

Die Kernpunkte:
  • Drohnenangriff drosselt Produktion im Irak massiv
  • Neue CEO Meg O'Neill übernimmt im April 2026
  • Strategische Rückkehr zum Öl- und Gasgeschäft
  • Ölpreisschock durch Konflikt im Nahen Osten

BP steckt mitten in einem der schwersten Ölmarktschocks seit Jahrzehnten. Der Krieg im Nahen Osten hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht – und das trifft den Konzern nicht nur an den Finanzmärkten, sondern direkt im Feld.

Drohnenangriff auf Rumaila

Das Ölfeld Rumaila im Irak, das BP betreibt, steht unter direktem Druck. Nach dem Einschlag zweier unidentifizierter Drohnen innerhalb des Feldes wurden ausländische Mitarbeiter evakuiert. Die Produktion, normalerweise rund 1,4 Millionen Barrel pro Tag, wurde bereits um 700.000 Barrel täglich gedrosselt. Sollte der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus weiter blockiert bleiben, könnten die irakischen Gesamtkürzungen auf bis zu drei Millionen Barrel pro Tag anwachsen.

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Der Hintergrund: Seit Ausbruch des Konflikts am 28. Februar 2026 fließen durch die Straße von Hormus weniger als zehn Prozent der vorherigen Exportmengen. Täglich passieren normalerweise rund 20 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte diese Meerenge – etwa ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs.

Die Reaktion der Märkte war entsprechend heftig. Brent-Rohöl stieg kurzzeitig auf über 101 Dollar je Barrel. Die Internationale Energiebehörde (IEA) beschloss daraufhin die größte Notreservenfreigabe ihrer Geschichte: 400 Millionen Barrel, mehr als doppelt so viel wie nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022. Die USA steuerten zusätzlich 172 Millionen Barrel aus der strategischen Reserve bei. Dennoch stiegen die Ölpreise nach der Ankündigung weiter – Händler bezweifeln, dass die Freigaben den Ausfall von geschätzt 15 Millionen Barrel täglich nennenswert ausgleichen können.

Umbau unter neuer Führung

Parallel zur Krise befindet sich BP in einer tiefgreifenden strategischen Neuausrichtung. Nach Jahren, in denen der Konzern aggressiv auf erneuerbare Energien gesetzt hatte – mit gemischtem Erfolg und wachsendem Druck auf die Bilanz –, kehrt BP nun stärker zu seinen Kernkompetenzen im Öl- und Gasgeschäft zurück. Im Dezember 2025 kündigte das Unternehmen an, dass Murray Auchincloss als CEO zurücktritt. Im April 2026 übernimmt Meg O’Neill – die erste externe Besetzung und erste Frau an der Spitze eines großen globalen Ölkonzerns.

Die Finanzzahlen für 2025 spiegeln das Übergangsjahr wider. Unter dem Strich stand ein hauchdünner Jahresgewinn von 55 Millionen Dollar, nach einem Quartalsverlust von 3,4 Milliarden Dollar im vierten Quartal – belastet durch rund vier Milliarden Dollar Abschreibungen, vor allem auf Biogas- und Erneuerbare-Energie-Sparten. Das operative Kerngeschäft lief deutlich besser: Der bereinigte Gewinn auf Basis der Wiederbeschaffungskosten lag bei 7,5 Milliarden Dollar. Die Nettoverschuldung sank auf 22,2 Milliarden Dollar, Aktienrückkäufe wurden ausgesetzt, um die Bilanz weiter zu festigen. Bis Ende 2027 peilt das Management eine Nettoverschuldung von 14 bis 18 Milliarden Dollar an.

Was jetzt zählt

BPs Kursgeschick hängt in hohem Maß am Ölpreis: Zwischen 2018 und 2025 korrelierte der operative Cashflow des Konzerns zu 96 Prozent mit dem Brent-Preis. Der aktuelle Preisanstieg verbessert die Ertragsperspektiven kurzfristig erheblich – vorausgesetzt, die Rumaila-Produktion lässt sich stabilisieren und der Konflikt eskaliert nicht weiter.

Entscheidend wird sein, wie schnell O’Neill nach ihrem Amtsantritt im April Handlungsfähigkeit demonstriert: mit einem Schuldenabbau auf Kurs, einem laufenden Verkaufsprogramm von 20 Milliarden Dollar (davon bereits über elf Milliarden abgeschlossen) und einem Ölfeld im Krisengebiet, das täglich neu bewertet werden muss.

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