BP Aktie: Milliardenabschreibung trifft Schuldenabbau
Für das dritte Quartal kalkuliert BP mit Wertverlusten von 3,0 bis 4,5 Milliarden Dollar; zugleich soll die Nettoverschuldung sinken.

- Wertminderungen von 3,0 bis 4,5 Milliarden Dollar erwartet
- Nettoschulden sollen auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Dollar sinken
- Raffineriemargen übertrafen die Vorquartalswerte
- Quartalszahlen erscheinen am 30. Oktober
BP bereitet den Markt auf eine hohe Wertberichtigung im dritten Quartal vor. Zugleich meldet der Konzern einen deutlichen Rückgang der Nettoverschuldung. Das Trading-Update zeichnet damit ein zweigeteiltes Bild.
Abschreibungen im Übergangsgeschäft
Nach Steuern erwartet BP Wertminderungen zwischen 3,0 und 4,5 Milliarden Dollar. Sie entfallen vor allem auf die Übergangsgeschäfte im Segment Gas und Low Carbon Energy. Aus dem bereinigten Ergebnis auf Wiederbeschaffungsbasis rechnet der Konzern die Posten heraus.
Operativ fällt das Bild gemischt aus. Für das Quartal rechnet BP mit schwächeren Kraftstoffmargen, höheren Basisölpreisen bei Castrol und einem geringeren Beitrag aus dem Midstream-Geschäft. Die Raffineriemargen fielen mit 1,9 bis 2,1 Milliarden Dollar dennoch stärker aus. Das Gashandelsergebnis soll „deutlich höher“ liegen als im zweiten Quartal.
Der realisierte Brent-Preis sank auf 96,99 Dollar je Barrel, nach 103,85 Dollar im Vorquartal. Gestützt wurden die Preise in diesem Jahr durch den US-Iran-Krieg, der Lieferungen und Raffineriekapazitäten im Nahen Osten beeinträchtigte. Ukrainische Angriffe auf russische Anlagen verknappten das Raffinerieangebot zusätzlich.
Verschuldung sinkt kräftig
Die Nettoverschuldung soll Ende September zwischen 13,5 und 14,5 Milliarden Dollar liegen. Ende Juni waren es 22,3 Milliarden. Treiber waren die Rückzahlung von Hybridanleihen, höhere Steuerzahlungen und Mittelfreisetzungen im Working Capital. Die Summe aus Nettoschulden, Hybridanleihen, Leasingverbindlichkeiten und Verpflichtungen aus dem Golf-von-Amerika-Vergleich sinkt gegenüber dem Vorquartal um rund 9 bis 10 Milliarden Dollar.
Förderung im Zielkorridor
Die Produktion im Upstream-Geschäft soll im Quartal bei 2.190 bis 2.240 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag liegen. Zuvor hatte BP eine breitere Spanne von 2.100 bis 2.250 in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal waren es 2.201. Der Konzern verweist auf Erholung nach saisonalen Wartungen, teils gedämpft durch den geringeren Anteil in Lateinamerika. Wetterbedingte Ausfälle im Golf von Amerika sind nicht eingerechnet.
Die Jahresprognose bleibt bei 2.180 bis 2.270 Tausend Barrel pro Tag. Die zugrunde liegende Förderung soll gegenüber 2025 etwa stabil bleiben.
Die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal legt BP am 30. Oktober vor. Dann zeigt sich, wie stark die Abschreibungen den ausgewiesenen Gewinn belasten und wie sich der Schuldenabbau im Detail zusammensetzt.
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