BP Aktie: O’Neill räumt Fehler beim Aktionärskapital ein
Meg O’Neill priorisiert geringere Verbindlichkeiten; Wells Fargo hebt Bewertung und Kursziel für BP an.

- Schuldenabbau hat für BP Vorrang
- Keine neuen regionalen Pipelines vorerst
- Irak und BP prüfen Exportrouten
- Wells Fargo erhöht BP-Kursziel auf 57 Dollar
Selbstkritische Worte an der Konzernspitze: BP-Chefin Meg O’Neill räumte am gestrigen Montag auf dem Energy Intelligence Forum in London Versäumnisse im Umgang mit Investorengeldern ein. Der Konzern sei in der Vergangenheit keine sorgfältige Verwalterin des Aktionärskapitals gewesen.
Vor diesem Hintergrund genieße der Schuldenabbau für das Management vorerst die höchste Priorität. Die Ausgaben sollen nicht steigen. Für eine Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen nannte O’Neill zudem kein konkretes Datum.
Schuldenabbau bremst Pipeline-Projekte
Die strikte Ausgabendisziplin wirkt sich unmittelbar auf geplante Infrastrukturmaßnahmen aus. Während das Unternehmen an der Senkung seiner Verbindlichkeiten arbeitet, wird BP vorerst nicht in neue regionale Umgehungspipelines investieren. Zugleich stellte O’Neill klar, dass sich der Konzern keineswegs aus dem Nahen Osten zurückziehen wolle.
Gemeinsam mit der irakischen Regierung prüft das Unternehmen derzeit Optionen für neue Erdölexportrouten. Im Mittelpunkt der Gespräche steht unter anderem eine nördliche Trasse, um den Transport künftig flexibler zu gestalten.
Raffinerien justiert und Analystenlob erhalten
Neben den Weichenstellungen im Nahen Osten reagiert BP auf veränderte Bedingungen am Treibstoffmarkt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat der Konzern seine Raffinerien angepasst, um die Produktion von Kerosin zugunsten von Diesel zu drosseln.
Rückenwind für den Sparkurs signalisierte bereits am 1. Oktober das Analysehaus Wells Fargo. Analyst Sam Margolin stufte die Einstufung für BP von Equal Weight auf Overweight hoch und hob das Kursziel von 48 $ auf 57 $ an.
Margolin begründete den Schritt mit der Bewertungslücke im Branchenvergleich, einem schnelleren Schuldenabbau sowie Fortschritten in der Ressourcenentwicklung. Zudem stützten die Erlöse aus dem Castrol-Verkauf und die Stärke im Handelsgeschäft die positive Einschätzung.
Notierung behauptet sich nahe Jahreshoch
An der Börse zeigt sich der Titel trotz des Verzichts auf baldige Aktienrückkäufe stabil. Der Schlusskurs lag gestern bei 6,62 Euro, womit die Aktie seit Jahresanfang ein Plus von 35 Prozent verzeichnet. Bis zum 52-Wochen-Hoch fehlen der Notierung damit derzeit lediglich 5,7 Prozent. Für die Aktionäre dürfte in den kommenden Monaten vor allem entscheidend sein, wie schnell die Schuldensenkung tatsächlich vorankommt.
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