BP Aktie: Raffinerie-Boom rettet die Bilanz!
Höhere Raffinerieerträge sollen BP beim Schuldenabbau helfen, während Wertberichtigungen im dritten Quartal das Transformationsgeschäft belasten.

- Wertberichtigungen von 3,0 bis 4,5 Milliarden Dollar erwartet
- Raffineriemargen sollen Ergebnis deutlich verbessern
- Nettoschulden sollen auf 13,5 bis 14,5 Milliarden Dollar sinken
- AlphaValue/Baader Europe hob BP-Einstufung auf Add
Milliardenschwere Belastungen im Zukunftsgeschäft treffen beim britischen Energiekonzern BP auf Rückenwind aus den Raffinerien. Wenige Wochen vor der Veröffentlichung der detaillierten Drittquartalszahlen zeichnet das Zwischenfazit des Konzerns ein zweigeteiltes Bild. Während Sonderabschreibungen auf der Bilanz lasten, beschleunigt das traditionelle Öl- und Verarbeitungsgeschäft den Schuldenabbau.
Vorbörslich notiert die BP-Aktie bei 7,32 Euro und liegt damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 7,42 Euro, das sie am vergangenen Freitag erreicht hatte. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier einen Zuwachs von 49 Prozent.
Wertberichtigungen dämpfen das Transformationsgeschäft
Die jüngste Zwischenmitteilung vom 13. Oktober beziffert die anstehenden Belastungen: BP rechnet für das dritte Quartal mit Wertberichtigungen nach Steuern in Höhe von 3,0 bis 4,5 Milliarden $. Betroffen sind vor allem die Übergangsbereiche in den Segmenten Gas sowie kohlenstoffarme Energien.
Trotz dieser Sonderposten treibt das Unternehmen den Ausbau erneuerbarer Kapazitäten weiter voran. So nahm die Konzerntochter Lightsource bp gemeinsam mit Contact Energy am Donnerstag den Solarpark Kōwhai Park im neuseeländischen Christchurch offiziell in Betrieb. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 150 MWac beziehungsweise 168 MWdc und soll rechnerisch 275 GWh Strom pro Jahr erzeugen.
Raffinerieboom und sinkende Verschuldung
Das Gegengewicht zu den Abschreibungen liefert das operative Verarbeitungsgeschäft. BP geht davon aus, dass höhere realisierte Raffineriemargen das bereinigte Ergebnis auf Ersatzkostenbasis im Produktsegment gegenüber dem Vorquartal um 1,9 bis 2,1 Milliarden $ verbessern.
Laut Reuters kletterte die Richtmarge des Konzerns im dritten Quartal auf durchschnittlich 46,7 $ je Barrel, verglichen mit 29,6 $ im zweiten Quartal und 15,8 $ im Vorjahreszeitraum. Als wesentlichen Treiber für diese Marktentwicklung nannte Reuters die Auswirkungen des Krieges um den Iran auf die internationalen Ölmärkte.
Die kräftigen Mittelzuflüsse schlagen sich direkt in der Bilanzstruktur nieder. Die Nettoverschuldung zum Quartalsende wird voraussichtlich auf 13,5 bis 14,5 Milliarden $ zurückgehen. Zum Ende des zweiten Quartals hatte die Verbindlichkeit noch bei 22,3 Milliarden $ gelegen.
Analysten heben den Daumen
Die Kombination aus Schuldenabbau und operativer Stärke rief auch positive Reaktionen am Markt hervor. Das Analysehaus AlphaValue/Baader Europe stufte die Einstufung für die BP-Papiere am 14. Oktober von zuvor „Reduce“ auf „Add“ herauf.
Zudem erwarben Führungskräfte des Konzerns über einen Mitarbeiter-Aktienplan Anteile: Finanzvorständin Kate Thomson sowie Gordon Birrell, Sam Skerry und Michael Sosso kauften am 12. Oktober jeweils Tranchen zu einem Kurs von 5,863 £.
Klarheit über das Gesamtergebnis erhalten Anleger am 30. Oktober 2026 mit Vorlage des vollständigen Zahlenwerks für das dritte Quartal. Im Anschluss richtet sich der Blick auf den Kapitalmarkt: Für den 15. Dezember 2026 hat BP ein umfassendes Update zu Strategie und Ausblick in New York City angekündigt.
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