BP: O’Neill erhöht Sparplan auf $6,5–7,5 Milliarden
Trotz positiver Analystenprognosen und steigender Rohstoffpreise erteilen BP-Aktionäre dem Management auf der Hauptversammlung eine klare Abfuhr.

- RBC und Scotiabank erhöhen Kursziele
- Neue Chefin Meg O'Neill präsentiert Sparkurs
- Aktionäre lehnen zwei Management-Anträge ab
- Aktienrückkäufe werden vorerst ausgesetzt
Wall Street hebt die Kursziele an, während die eigenen Aktionäre dem Management einen Denkzettel verpassen. Auf der Hauptversammlung des britischen Energiekonzerns BP offenbart sich ein tiefer Riss zwischen externer Bewertung und interner Stimmung.
RBC Capital hob das Kursziel für die Aktie auf 700 Pence an. Zuvor lag die Erwartung bei 640 Pence. Scotiabank zog nach und schraubte ihre Prognose deutlich nach oben, gepaart mit einer Kaufempfehlung. Die Analysten reagieren damit auf aktualisierte Rohstoffpreise und den jüngsten Zwischenbericht des Unternehmens.
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Neue Chefin, harter Sparkurs
Für die neue Vorstandschefin Meg O’Neill war das Treffen in Sunbury-on-Thames eine Premiere. Sie präsentierte eine radikale Umbauagenda. Das Sparziel bis 2027 steigt auf bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar. Um das zu erreichen, trennt sich der Konzern von der Raffinerie in Gelsenkirchen und verkauft eine Mehrheitsbeteiligung an Castrol.
Die Einnahmen aus dem Castrol-Deal fließen vollständig in den Schuldenabbau. Das ist dringend nötig, da die Nettoverschuldung im laufenden Quartal auf bis zu 27 Milliarden Dollar klettert.
Bis Ende 2027 will O’Neill diese Last auf einen Zielkorridor von 14 bis 18 Milliarden Dollar drücken. Um die Bilanzsanierung zu beschleunigen, greift der Vorstand zu drastischen Mitteln. BP setzt die laufenden Aktienrückkäufe vollständig aus.
Denkzettel für das Management
Trotz der klaren finanziellen Ausrichtung erlebte die Führungsetage eine unruhige Hauptversammlung. Die Aktionäre verweigerten zwei zentralen Anträgen des Managements die Gefolgschaft. Weder rein virtuelle Hauptversammlungen noch die Rücknahme bestehender Klimaberichtspflichten fanden eine Mehrheit.
Auch Verwaltungsratschef Albert Manifold bekam den Unmut zu spüren. Er wurde mit lediglich knapp 82 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Bei derartigen Abstimmungen sind Zustimmungsquoten nahe der 100-Prozent-Marke die Regel. Marktbeobachter werten dieses Ergebnis als spürbare Ohrfeige.
Rückenwind von den Rohstoffmärkten
Am 28. April präsentiert BP die vollständigen Ergebnisse für das erste Quartal. Das makroökonomische Umfeld spielte dem Konzern zuletzt in die Karten. Die durchschnittlichen Rohstoffpreise zogen im Vergleich zum Vorquartal spürbar an:
- Brent-Rohöl: 81,13 Dollar je Barrel (Vorquartal: 63,73 Dollar)
- US-Erdgas (Henry Hub): 5,05 Dollar je mmBtu (Vorquartal: 3,55 Dollar)
Die anstehenden Quartalszahlen bilden den ersten echten Härtetest für die neue Konzernchefin. Der Fokus liegt am Dienstag auf der exakten Entwicklung der Nettoverschuldung. Verfehlt BP hier die eigenen Prognosen, dürfte der aktuelle Analystenoptimismus schnell wieder verfliegen.
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