BP: Scotiabank hebt Ziel auf $58

BP forciert unter neuer Chefin Meg O'Neill den Umbau mit Milliarden-Einsparungen und Tiefsee-Expansion in Gabun, während ein US-Arbeitskampf die Raffinerie Whiting belastet.

Die Kernpunkte:
  • Strategische Neuausrichtung treibt Aktienkurs an
  • Milliardenschwere Einsparungen bis 2027 geplant
  • Tiefsee-Exploration vor Gabuns Küste geplant
  • Arbeitskampf in US-Raffinerie Whiting anhaltend

Vor der Küste Gabuns bereitet BP den nächsten großen Wurf vor. Tiefseebohrungen sollen das Portfolio stärken, während die neue Konzernchefin Meg O’Neill im Hintergrund Milliarden einspart. Dieser Spagat zwischen Expansion und hartem Sparkurs treibt den Aktienkurs auf neue Höchststände.

Der afrikanische Kontinent rückt verstärkt in den Fokus der Ölmultis. Gabuns Ölminister Clotaire Kondja kündigte am Mittwoch in Paris an, innerhalb der nächsten vier bis sechs Monate verbindliche Produktionsverträge mit BP und ExxonMobil abschließen zu wollen. Die Regierung in Libreville hat ihr Ölgesetz überarbeitet, um internationale Konzerne für die teure Exploration im Atlantik anzulocken.

Am Kapitalmarkt kommt die strategische Neuausrichtung gut an. Die BP-Aktie notiert aktuell bei 6,59 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein spürbares Plus von 30 Prozent. Analyst Paul Cheng von der Scotiabank hob sein Kursziel am Mittwoch massiv auf 58 US-Dollar an. Er verwies auf das wachsende Vertrauen in die operative Entwicklung des Konzerns.

Harter Schnitt im Portfolio

Unter der seit Anfang April amtierenden Vorstandsvorsitzenden Meg O’Neill beschleunigt sich der Konzernumbau. Bis 2027 will BP Randbereiche im Wert von 20 Milliarden US-Dollar abstoßen. Ein zentraler Baustein ist der im März vereinbarte Verkauf der Raffinerie Gelsenkirchen an die Klesch Group.

Diese Transaktion allein senkt die jährlichen Strukturkosten um schätzungsweise eine Milliarde US-Dollar. Infolgedessen hob das Management das konzernweite Einsparziel an. Bis 2027 sollen die Ausgaben nun um bis zu 7,5 Milliarden US-Dollar sinken.

Arbeitskampf in den USA

Während das Portfolio schrumpft, schwelt in den Vereinigten Staaten ein handfester Arbeitskampf. In der Whiting-Raffinerie in Indiana hat der Konzern rund 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter ausgesperrt. Der Konflikt dauert nun bereits seit Mitte März an.

Vertragsverhandlungen stecken in einer Sackgasse. Laut Raffineriemanager Chris DellaFranco versuchte das Unternehmen im April zweimal vergeblich, die Gespräche wieder aufzunehmen. Die Anlage läuft derweil mit einem Notfallteam aus Angestellten und Leiharbeitern weiter, die Treibstoffproduktion bleibt laut Management vorerst stabil.

Die kommenden Wochen erfordern von O’Neill ein präzises Krisenmanagement. Gelingt es nicht, den Streik in Indiana zeitnah beizulegen, drohen bei der wichtigsten US-Raffinerie des Konzerns mittelfristig Produktionsausfälle. Parallel dazu läuft die Uhr für die finalen Unterschriften der Tiefsee-Verträge in Gabun.

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