BRANICKS Aktie: Testat und Refinanzierung blockieren sich gegenseitig

BRANICKS kämpft mit auslaufenden Gläubigervereinbarungen und fehlendem Prüfertestat. Ein koordiniertes Gesamtkonzept soll die Refinanzierung sichern.

Die Kernpunkte:
  • Stillhalteabkommen enden Ende Juni
  • Prüfertestat für 2024 noch ausstehend
  • VIB-Tochter soll Refinanzierung stützen
  • Aktienkurs nahe am Jahrestief

Ende Juni wird zur Bewährungsprobe für BRANICKS. Der angeschlagene Immobilienkonzern kämpft gleichzeitig gegen auslaufende Gläubigervereinbarungen und eine offene Prüferfrage — zwei Fristen, die sich gegenseitig blockieren.

Stillhalte-Abkommen laufen ab

Im Kern des Problems stecken 87 Millionen Euro. Schuldscheindarlehen in dieser Höhe waren ursprünglich bereits im März und April fällig. Kurzfristige Stillhalteabkommen schoben das Problem nach hinten. Ende Juni enden diese Vereinbarungen.

Parallel dazu wartet BRANICKS noch immer auf das Testat der Wirtschaftsprüfer. Das uneingeschränkte Prüfungsurteil zum Jahresabschluss 2024 hängt davon ab, ob die Fortführung des Unternehmens gesichert ist. Dafür brauchen die Prüfer Klarheit über die Refinanzierung. Die Refinanzierung wiederum braucht das Testat. Ein Zirkel.

Großes Ziel: Alles auf einmal lösen

Der Vorstand verfolgt diesmal keinen Flickenteppich-Ansatz. Er will ein koordiniertes Gesamtkonzept — eines, das nicht nur die kurzfristigen Schuldscheine abdeckt, sondern auch eine unbesicherte Anleihe über 400 Millionen Euro, die im September fällig wird.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Tochter VIB Vermögen AG. Über den Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Branicks-Tochter DIC Real Estate Investments soll BRANICKS auf die Cashflows von VIB zugreifen. Das soll die Refinanzierung auf Gruppenebene stützen.

Kurs nahe am Jahrestief

Die Aktie schloss am Freitag bei 0,81 Euro — ein Minus von gut 3 Prozent auf Tagesbasis, rund 56 Prozent seit Jahresbeginn. Das 52-Wochen-Tief von 0,75 Euro liegt nur noch knapp darunter.

Bei einer Marktkapitalisierung von rund 75 Millionen Euro steht das Unternehmen vor der Aufgabe, Verbindlichkeiten im hohen dreistelligen Millionenbereich zu ordnen. Der RSI liegt bei 27,3 — technisch überverkauft. Ohne fundamentale Entspannung ändert das wenig.

Gelingt BRANICKS bis Ende Juni weder eine Einigung mit den Gläubigern noch das Prüfertestat, drohen weitreichende Konsequenzen für die gesamte Finanzierungsstruktur des Konzerns. Bis dahin bleiben noch wenige Tage.

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