Branicks Group: Halbjahresverlust drückt Aktie
Abschreibungen von 158,9 Millionen Euro belasten das Halbjahr; die Fälligkeit der 400-Millionen-Euro-Anleihe soll verlängert werden.

- Halbjahresverlust von 142,3 Millionen Euro
- Finanzanlagen-Abschreibungen von 158,9 Millionen Euro
- FFO I sinkt auf 14,3 Millionen Euro
- Aktionäre beraten am 9. Oktober über Umstrukturierung
Außerplanmäßige Wertberichtigungen haben das Halbjahresergebnis der Branicks Group AG massiv ins Minus gedrückt. Das Immobilienunternehmen wies für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2026 einen Konzernverlust von 142,3 Millionen Euro aus. Am gestrigen Donnerstag reagierte der Markt mit deutlichen Abgaben: Das Papier verlor 9,3 Prozent und ging bei 0,5060 Euro aus dem Handel.
Sonderabschreibungen drücken das Ergebnis
Hauptgrund für den Fehlbetrag waren hohe außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen. Diese schlugen im ersten Halbjahr mit insgesamt 158,9 Millionen Euro zu Buche und überlagerten die operative Entwicklung vollständig.
Auch die für die Immobilienbranche wichtige operative Kennziffer FFO I (nach Minderheiten, vor Steuern) gab im Vorjahresvergleich nach. Für die ersten sechs Monate belief sich das FFO I auf 14,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 22,7 Millionen Euro erzielt worden waren.
Die vorgelegten Geschäftszahlen verdeutlichen den anhaltenden Bewertungsdruck, dem sich das Unternehmen gegenübersieht. Die Notwendigkeit umfangreicher Korrekturen im Portfolio spiegelt die schwierigen Marktbedingungen wider, mit denen gewerbliche Immobiliengesellschaften seit geraumer Zeit konfrontiert sind.
Anleihe verlängert und Sanierungskonzept vorgelegt
Vor der Bekanntgabe des Halbjahresberichts hatte das Unternehmen zumindest an einer anderen Front für vorläufige Entlastung gesorgt. Die Branicks Group meldete, dass die reguläre Zinszahlung für die Unternehmensanleihe über 400 Millionen Euro mit einem Kupon von 2,250 Prozent fristgerecht und in voller Höhe geleistet wurde. Die Anfechtungsfrist für die entsprechenden Beschlüsse der Anleihegläubiger lief am 18. September ohne Klagen beim Landgericht Frankfurt am Main ab.
Die Gläubigerbeschlüsse sehen eine Verlängerung der Fälligkeit der Anleihe bis zum 31. Dezember 2026 vor, ergänzt um eine weitere Verlängerungsoption bis zum 31. März 2027. Damit hat das Unternehmen etwas Zeit gewonnen, um seine finanzielle Struktur neu zu ordnen, auch wenn der finale Vollzug der Laufzeitverlängerung noch aussteht.
Zugleich bereitet der Konzern die Abstimmung über die weitere Ausrichtung vor. Am Freitag, den 9. Oktober 2026, soll eine virtuelle außerordentliche Hauptversammlung stattfinden. Ab 10:00 Uhr MESZ liegt den Aktionären dort ein umfassendes Umstrukturierungskonzept zur Beschlussfassung vor, das für die künftige Stabilität des Immobilienkonzerns entscheidend sein wird.
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