Branicks: Zweite Bridge-Notes-Tranche startet

Branicks Group setzt auf eine zweite Bridge-Notes-Tranche über 23,04 Millionen Euro, während Aktie und Rating weiter unter Druck stehen.

Die Kernpunkte:
  • Zweite Finanzierungstranche bis 4. September
  • Bruttovolumen von 36,1 Millionen Euro angestrebt
  • Anleihefälligkeit bis Ende 2026 verschoben
  • Aktie nähert sich dem Jahrestief

Die Branicks Group treibt ihre kurzfristige Brückenfinanzierung weiter voran. Nach der ersten platzierten Serie über 13,06 Millionen Euro läuft die Angebotsfrist für die zweite Tranche der „Branicks Bridge Notes“ und „VIB Bridge Notes“ noch bis zum 4. September. Sie soll 23,04 Millionen Euro einbringen, die Annahme der Offerten ist bis zum 8. September vorgesehen. In Summe zielt das Unternehmen auf ein Bruttovolumen von 36,1 Millionen Euro ab, gerichtet an professionelle und qualifizierte Anleger.

Die frische Finanzierung fügt sich in eine Restrukturierung, die den Immobilienkonzern seit Wochen prägt. Vor rund zwei Wochen stimmten die Gläubiger der 400 Millionen Euro schweren Anleihe 2021/2026 mit einer qualifizierten Mehrheit von mindestens 75 Prozent zu, die Fälligkeit bis Ende 2026 zu verschieben, mit einer Verlängerungsoption bis Ende März 2027. Seither hat die Aktie rund 17,2 Prozent verloren.

Parallel wählten die Gläubiger des Green Bonds 2021/2026 einen gemeinsamen Vertreter, der die Restrukturierung und mögliche Forbearance-Maßnahmen begleiten soll – ein Schritt, der die finanzielle Handlungsfähigkeit des Unternehmens weiter absichern soll, aber auch zeigt, wie eng die Zügel inzwischen geführt werden.

Rating-Achterbahn als Signal für Anleger

Auch die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Lage zuletzt neu bewertet. Vor rund einem Monat hatte sie das Emittentenrating auf „SD“ gesetzt – ein Zeichen für einen selektiven Zahlungsausfall im Zuge der Restrukturierung. Kurz darauf folgte eine Hochstufung auf „CCC-“, der Ausblick bleibt aber negativ.

Diese Bewegung fällt in denselben Zeitraum wie die Rating-Herabstufung, nach der die Aktie um 23,1 Prozent nachgab, und unterstreicht, dass die Bonitätswächter die Sanierung zwar technisch anerkennen, das Risiko aber unverändert hoch einstufen.

Kurs unter Druck, Bewertung am Boden

Der Aktienkurs spiegelt diese Gemengelage deutlich wider. Am heutigen Dienstag verliert das Papier 5,2 Prozent und notiert bei 0,6540 Euro, nachdem es bereits am Montag mit 0,6900 Euro geschlossen hatte.

Auf Wochensicht steht ein Minus von 17 Prozent, auf Monatssicht sind es 27 Prozent. Damit nähert sich der Kurs dem 52-Wochen-Tief von 0,5500 Euro, das Ende August erreicht wurde, während das 52-Wochen-Hoch von 2,15 Euro vom vergangenen September inzwischen weit entfernt liegt.

Für Anleger bleibt die zweite Bridge-Notes-Tranche der nächste konkrete Termin, an dem sich zeigt, ob institutionelle Investoren der Sanierung weiterhin Kapital anvertrauen. Die kommenden Tage bis zum 8. September dürften darüber entscheiden, wie belastbar das Vertrauen in die kurzfristige Liquiditätsausstattung des Unternehmens tatsächlich ist.

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