Brent: 94,20 Dollar nach Houthi-Blockade

Neue Houthi-Blockade und US-Luftangriffe treiben den Ölpreis auf 94 Dollar. Inflationssorgen kehren an die Märkte zurück.

Die Kernpunkte:
  • Ölpreis steigt auf 94 Dollar
  • Houthi-Rebellen blockieren saudische Tanker
  • US-Militär setzt Angriffe im Iran fort
  • Lagerdaten rücken in den Hintergrund

Brent Crude klettert am Mittwochmorgen auf ein Fünf-Wochen-Hoch. Ein Fass der Nordseesorte verteuerte sich um knapp vier Prozent auf rund 94,20 US-Dollar. Die Kombination aus militärischen Angriffen und neuen diplomatischen Spannungen im Nahen Osten treibt den Preis.

Houthi-Blockade trifft Saudi-Arabien

Die Versorgungsrisiken haben sich massiv ausgeweitet. Iran-treue Houthi-Rebellen verhängten im Jemen ein Embargo gegen saudi-arabische Öllieferungen im Roten Meer. Bereits drei Tanker mussten laut Berichten beidrehen und ihren Kurs ändern.

Das trifft den Weltmarkt empfindlich. Saudi-Arabien nutzt verstärkt die Route über den Hafen von Yanbu, um die Straße von Hormus zu umgehen. Da nun auch dieser Weg durch Drohungen gefährdet ist, wachsen die Sorgen vor physischen Engpässen.

Diplomatische Eiszeit und Luftschläge

Auf politischer Ebene zeichnet sich keine Entspannung ab. US-Außenminister Marco Rubio warf Teheran am Mittwoch vor, Friedensgespräche nicht ernsthaft zu verfolgen. Er bezeichnete den iranischen Kontrollanspruch über die Straße von Hormus als gefährlichen Präzedenzfall für die USA und ihre Verbündeten.

Das US-Zentralkommando setzt derweil seine Militäroperationen fort. In der elften Nacht in Folge griffen US-Kräfte Ziele im Iran an. Die Schläge richteten sich gegen Drohnenlager und maritime Infrastruktur, um die Bedrohung für Handelsschiffe zu schwächen.

Lagerdaten rücken in den Hintergrund

Eigentlich sprechen die physischen Bestandsdaten gegen eine Rally. Das American Petroleum Institute meldete einen überraschenden Aufbau der US-Rohölvorräte um 2,6 Millionen Barrel. Üblicherweise drückt ein solches Plus die Notierungen.

Aktuell überlagert die Furcht vor einer dauerhaften Blockade der Schifffahrtswege diese Fundamentaldaten. Die Rückkehr über die 90-Dollar-Marke schürt am Finanzmarkt neue Inflationsängste. Höhere Energiekosten könnten die Zentralbanken veranlassen, die Zinsen länger auf hohem Niveau zu belassen. Marktteilnehmer warten nun auf die offiziellen Daten der Energy Information Administration, die im weiteren Tagesverlauf folgen.

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