Bringt Pimco den Mutterkonzern Allianz in Schieflage?

Die Allianz ist der größte Versicherer weltweit. Aber wie auch die Unternehmen der Konkurrenz wird es immer schwieriger für den Konzern, aufgrund der niedrigen Zinsen lohnenswerte Investitionen zu finden.

 

© Allianz
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Staatsanleihen werfen nicht mehr genügend Rendite ab, dadurch sucht man verstärkt nach Infrastrukturprojekten mit stabilen Anlagemöglichkeiten.

 

Hohe Investitionen in Windparkanlagen

Die Allianz hat jetzt wieder die Windräder für sich entdeckt. Erstmals war dabei Österreich das Ziel. Hier investierte der Konzern insgesamt in vier Windparks rund um Wien. Zwei dieser Windparkanlagen sind bereits fertiggestellt und die beiden verbleibenden sollen im nächsten Jahr an das Netz gehen.

Insgesamt werden die 21 Turbinen dann 65 Megawatt Strom erzeugen können. Betrieben werden sollen die Anlagen von dem österreichischen Betreiber ImWind, welcher die Anlagen auch gebaut hatte.

Mit diesem Zukauf hat die Allianz dann bisher mehr als 2,5 Mrd. Euro in Solar- und Windparkanlagen investiert. Diese stehen neben den neuen in Österreich und in Deutschland, Frankreich, Schweden und Italien.

 

Investoren ergreifen die Flucht vor Pimco

Weniger erfreulich ist dagegen die Geschäftsentwicklung bei der Allianz-Tochter Pimco. Hatte Konzernchef Diekmann auf der Hauptversammlung noch Zuversicht gezeigt, dass ein Licht am Ende des Tunnels bei Pimco zu erkennen sei, stellt sich das zurzeit anders dar.

Allein im Juni musste Pimco wieder eine deutliche Abnahme von Investoren hinnehmen. Rund 3 Mrd. Dollar wurden in diesem Monat abgezogen. Im Mai waren es 2,7 Mrd. Dollar und im April 5,6 Mrd. Dollar.

Mittlerweile hat der Fonds nur noch ein Volumen von 102,8 Mrd. Dollar. Das ist im Vergleich zum Wert vom April 2013 ein Rückgang von 65%. Das Dilemma begann mit dem Wechsel von Bill Gross zum Konkurrenten Janus Capital.

Gross war zwar nicht der Chef von Pimco, bestimmte jedoch maßgeblich die Geschäfte. Nach internen Querelen wechselte er dann zur Konkurrenz. Auch wenn bereits seit Mai 2013 vermehrt Kapital von Pimco abgezogen wurde, verstärkte sich dieser Effekt massiv nach seinem Ausscheiden.

 

Risiko Griechenland

Dazu kommt noch das Risiko Griechenland. Während etliche Unternehmen sich nach und nach von ihren Griechenland-Papieren trennten, legte Pimco zu und weitete seine Investitionen in diesem Bereich anscheinend in der Hoffnung auf einen nicht eintreffenden Bankrott Griechenlands weiter aus. Insgesamt 1,2 Mrd. Dollar sollen man somit in Griechenland-Papiere investiert haben.

 

Drückt Pimco den Kurs der Allianz-Aktie?

Für die Allianz spielen die direkten Investitionen in Griechenland eine untergeordnete Rolle. Insgesamt ist man dort nur noch mit 2 Mio. Euro investiert, für die Allianz also Peanuts. Der Konzern ist sehr stark aufgestellt.

Dennoch kam die Aktie der Allianz in den letzten drei Monaten auch leicht unter die Räder. Die Unsicherheiten im Hinblick auf die Zukunft Griechenlands zogen den Titel mit nach unten. Eine gewisse Gefahr ist jedoch darin zu sehen, dass sich der Negativtrend bei Pimco weiter fortsetzt und dann auch den Aktienkurs der Allianz unter Druck bringen könnte.

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Wenn klar ist, wie es mit Griechenland weiter geht, sollten sich die Aktie der Allianz auch wieder erholen können. Dennoch sollten Anleger die weitere Entwicklung bei der US-Tochter genau verfolgen.

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