Britische Hauspreise stagnieren nach Vormonatsverlusten

Nordirland und Schottland verzeichneten Jahreszuwächse, während London nachgab und neue Kaufanfragen den höchsten Stand seit Februar erreichten.

Die Kernpunkte:
  • Septemberpreise blieben zum Vormonat unverändert
  • Kaufanfragen erreichten höchsten Stand seit Februar
  • Nordirland führte das jährliche Preiswachstum an
  • Londoner Immobilienwerte sanken im Jahresvergleich

Die britischen Immobilienpreise haben ihren jüngsten Abwärtstrend im September gestoppt und zeigen sich trotz hoher Zinsen bemerkenswert widerstandsfähig. Nach Rückgängen von 0,3 Prozent im August und 0,1 Prozent im Juli veränderten sich die Werte im Monatsvergleich nicht. Der durchschnittliche Preis für eine Immobilie lag bei 298.441 Pfund, verglichen mit 298.395 Pfund im Vormonat.

Auch im Jahresvergleich blieben die Preise stabil. Im vorangegangenen Zeitraum war noch ein Rückgang von 0,4 Prozent verzeichnet worden. Die Zinsbelastung bremst den Markt zwar spürbar, ein Einbruch bleibt jedoch aus.

Mehr Kaufanfragen trotz Zinsdruck

Veränderte Erwartungen an den künftigen Leitzins haben die Hypothekenkosten nach oben getrieben. Dennoch halten sich die Konsumausgaben der privaten Haushalte bislang besser als erwartet, obwohl Energiekosten und geopolitische Spannungen die Lebenshaltung verteuern.

Die Nachfrage zieht derweil wieder vorsichtig an. Neue Anfragen von Kaufinteressenten kletterten auf den höchsten Stand seit Februar. Diese Belebung stützt die Transaktionen, auch wenn Marktteilnehmer künftige Preisbewegungen vorerst als verhalten einstufen.

Starkes Gefälle zwischen Nord und Süd

Regional driftet die Entwicklung in Großbritannien deutlich auseinander:

  • Nordirland verzeichnete mit einem Plus von 7,4 Prozent auf 231.917 Pfund das stärkste Jahreswachstum.
  • In Schottland legten die Preise um 3,4 Prozent auf durchschnittlich 223.330 Pfund zu.
  • Der Großraum London verbuchte ein Minus von 2,2 Prozent auf 531.548 Pfund.

Während günstigere Lagen im Norden und in den Regionen zulegen, lasten die hohen Finanzierungskosten vor allem auf dem teuren Süden Englands. Dort stellt die Erschwinglichkeit für Käufer die größte Hürde dar.

Für Erstkäufer blieb die Lage im September mit einem Schnitt von 236.779 Pfund nahezu unverändert. Entlastung verspricht ein staatliches Förderprogramm für berechtigte Neubauten in England, dessen genaue Ausgestaltung mit dem britischen Haushaltsplan im Oktober feststehen soll.

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