British American Tobacco Aktie: 600 Millionen Pfund Einsparungen bis 2028
British American Tobacco streicht 5.500 Stellen und lagert 3.500 Posten aus, um bis 2028 jährlich 600 Millionen Pfund zu sparen.

- Stellenabbau und Outsourcing geplant
- Jährliche Einsparungen von 600 Mio. Pfund
- Institutionelle Investoren erhöhen Anteile
- Prüfung von ITC-Anteilsverkauf in Indien
Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) treibt seine umfassende Umstrukturierung unter dem Namen „Fit2Win“ voran. Im Zentrum der Initiative steht eine deutliche Straffung der Organisation, um die Kostenbasis langfristig zu senken. Das Unternehmen plant die Eliminierung von rund 5.500 Stellen. Parallel dazu werden etwa 3.500 Positionen an externe Partner wie Accenture und ITC Infotech ausgelagert. Diese Maßnahmen betreffen Standorte in Mexiko, Costa Rica, Malaysia sowie in Europa und Großbritannien.
Ziel des Programms ist es, bis zum Jahr 2028 jährliche Einsparungen in Höhe von 600 Millionen Pfund zu realisieren. Die Aktie von British American Tobacco notiert heute bei 53,40 Euro, was einem leichten Rückgang von 0,67 Prozent entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Konsolidierung blickt das Papier auf ein erfolgreiches Jahr zurück und konnte seit Jahresbeginn um 11,48 Prozent zulegen. Die strukturellen Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund rückläufiger Umsätze mit klassischen Tabakprodukten, die zwischen 2022 und 2025 um mehr als sieben Prozent nachgaben.
Institutionelles Interesse und strategische Anteilsverkäufe
Während der operative Umbau läuft, zeigen institutionelle Investoren verstärktes Interesse an dem Konzern. Meldungen von PNC Financial Services zufolge hat das Haus seine Position bei British American Tobacco im ersten Quartal 2026 um 26,3 Prozent auf nun 128.792 Aktien ausgebaut. Auch andere große Adressen wie die Bank of America und Raymond James erhöhten ihre Bestände deutlich. Besonders markant fiel der Zuwachs bei WCM Investment aus, die ihre Beteiligung nahezu vervielfachten.
Um zusätzliche Liquidität für die Transformation zu generieren, prüft das Management den Teilverkauf einer strategischen Beteiligung in Indien. BAT erwägt, den Anteil am Konsumgüterhersteller ITC um bis zu 3,5 Prozent zu reduzieren. Dieser Schritt könnte dem Unternehmen rund zwei Milliarden US-Dollar einbringen. Analysten bewerten das Wertpapier derzeit im Konsens als „Moderate Buy“. Der aktuelle Kurs liegt mit einem Abstand von 7,13 Prozent noch unter seinem 52-Wochen-Hoch von 57,50 Euro, das im Mai erreicht wurde.
Herausforderungen beim Wandel zum rauchfreien Konzern
Die Transformation weg von der klassischen Zigarette bleibt für das Unternehmen eine Herkulesaufgabe. Laut Berichten von Bloomberg erzielt British American Tobacco nach wie vor rund 80 Prozent seines Umsatzes mit verbrannten Tabakprodukten. Damit hinkt der Konzern Wettbewerbern wie Philip Morris hinterher, die bereits einen deutlich höheren Anteil ihres Geschäfts mit rauchfreien Alternativen bestreiten. Analysten der Citigroup prognostizieren sogar, dass der Zigarettenkonsum in den USA und weiten Teilen Europas bis zum Jahr 2050 vollständig verschwinden könnte.
Um diesen Wandel politisch und gesellschaftlich zu begleiten, hat BAT hochkarätige Unterstützung verpflichtet. Die ehemalige britische Kabinettsministerin Penny Mordaunt berät künftig den Transformationsbeirat des Unternehmens zu Fragen der Schadensminimierung. Ihre Aufgabe konzentriert sich auf die strategische Ausrichtung bei risikoreduzierten Produkten, während ihr Lobbyarbeit für die nächsten zwei Jahre untersagt bleibt. Gleichzeitig verschärft sich das regulatorische Umfeld, da die US-Gesundheitsbehörde FDA Pläne für ein Verbot von Mentholzigaretten weiterverfolgt. Solche Maßnahmen könnten den Druck auf die traditionellen Geschäftsfelder weiter erhöhen und die Dringlichkeit der „Fit2Win“-Strategie unterstreichen.
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