British American Tobacco Aktie: 9.000 Jobs fallen

BAT streicht 9.000 Stellen und setzt auf KI zur Effizienzsteigerung. Die Aktie reagiert mit Kursverlusten in London.

Die Kernpunkte:
  • 9.000 Stellen weltweit gestrichen
  • KI-Programm soll 600 Mio. Pfund sparen
  • US-Geschäft von Kürzungen ausgenommen
  • Aktienkurs fällt um 1,4 Prozent

British American Tobacco greift tief ins Gefüge des eigenen Konzerns ein. Heute verkündete das Unternehmen den Abbau von rund 9.000 Stellen weltweit — das entspricht etwa einem Fünftel der gesamten Belegschaft.

KI als Motor der Umstrukturierung

Konkret sollen 5.500 Positionen direkt gestrichen werden. Weitere 3.500 Rollen wandern zu externen Partnern, darunter Accenture. Das US-Geschäft, das über die Tochter Reynolds American betrieben wird und den größten Einzelmarkt des Konzerns darstellt, bleibt von den Maßnahmen unberührt.

Treiber der Transformation ist ein KI-gestütztes Effizienzprogramm. Die Rechnung dahinter: Bis 2028 sollen die Maßnahmen jährliche Zusatzeinsparungen von 600 Millionen Pfund bringen — on top der bereits angepeilten 500 Millionen Pfund, die bis 2027 erreicht werden sollen.

Druck von allen Seiten

Hinter dem Schritt steckt struktureller Druck. In vielen Märkten sinkt die Nachfrage nach klassischen Zigaretten. Im wichtigsten Markt USA verzögern langwierige Zulassungsverfahren der Regulierungsbehörden den Ausbau des Nikotinalternativen-Geschäfts — betroffen sind etwa die Vuse-E-Zigaretten und Velo-Nikotinbeutel. Das Ziel, mehr als die Hälfte der Erlöse mit solchen Produkten zu erzielen, rückt dadurch langsamer voran.

Dass dieser Umbau kommen würde, hatte das Management bereits im Februar angedeutet. Der Konzern sprach damals von einem neuen Produktivitätsprogramm, das Stellenkürzungen nach sich ziehen könnte. Heute folgte die konkrete Bestätigung — mit der Einschränkung, dass die meisten betroffenen Mitarbeiter bereits informiert wurden und verbliebene Konsultationen laufend abgeschlossen werden.

Die Aktie reagierte mit einem Minus von rund 1,4 Prozent auf 46,84 Pfund in London. Neben dem Unbehagen über das Ausmaß des Stellenabbaus spielte ein technischer Faktor hinein: Das bestehende Aktienrückkaufprogramm, das Merrill Lynch für BAT durchführte, läuft heute aus. Ab dem 30. Juni übernimmt UBS die Programmführung — ein kurzer Übergang, der die reguläre Nachfragestütze aus dem Rückkauf kurzfristig unterbrach.

Mit dem Anlaufen des neuen Rückkaufprogramms unter UBS fällt dieser technische Gegenwind morgen weg. Ob die langfristige Kostenstory das Vertrauen der Anleger zurückgewinnt, hängt vor allem davon ab, wie reibungslos die Transformation operativ umgesetzt wird — und wie schnell die US-Regulierer den Weg für neue Produkte freimachen.

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