British American Tobacco Aktie: Velo-Hoffnung reicht nicht?

Der Konzern plant mehr als 50 Milliarden Pfund freien Cashflow bis 2030 und bestätigte seine Jahresziele für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Freier Cashflow über 50 Milliarden Pfund angepeilt
  • Velo-Umsatz soll 4,3 Milliarden Pfund erreichen
  • Jefferies erhöht Kursziel auf 5.600 Pence
  • Aktie verliert 2,7 Prozent im Handel

Mit ambitionierten Zielen für die Transformation des Geschäftsmodells hat sich British American Tobacco an die Kapitalmärkte gewandt. Auf einem Investorentag in Winston-Salem stellte der Tabakkonzern gestern seine Strategie „Horizon 2030“ vor. Das Management peilt für den Zeitraum von 2024 bis 2030 einen kumulierten freien Cashflow von mehr als 50 Milliarden Pfund an.

Die Aktie reagierte im heutigen Handel mit Abschlägen auf die Neuigkeiten: Das Papier verlor 2,7 Prozent auf 46,89 Euro.

Rauchfreie Alternativen sollen Margen heben

Treiber der künftigen Entwicklung sollen moderne Alternativen zur traditionellen Zigarette sein. British American Tobacco strebt bei rauchfreien Produkten bis 2030 ein jährliches Umsatzwachstum im mittleren Zehnprozentbereich an. Als wesentlicher Motor gilt die Sparte Modern Oral rund um die Marke Velo. Für dieses Produkt erwartet der Konzern bis 2030 einen Jahresumsatz von rund 4,3 Milliarden Pfund.

Zugleich soll sich die Rentabilität der neuen Produktkategorien drastisch verbessern. Bis 2030 peilt das Management eine Deckungsmarge von mindestens 30 Prozent in diesem Bereich an. Zum Vergleich: Im Juni 2026 lag diese Kennziffer noch bei 13,3 Prozent. Das Unternehmen plant, die Zahl der Konsumenten rauchfreier Produkte auf weltweit 50 Millionen auszubauen.

Konzentration im traditionellen Zigarettengeschäft

Im klassischen Tabaksegment stellt sich British American Tobacco auf einen anhaltenden Marktschwund ein. Das weltweite Branchenvolumen bei Verbrennungsprodukten dürfte zwischen 2025 und 2030 um jährlich etwa 2,5 Prozent nachgeben. Als Reaktion darauf bündelt das Unternehmen seine Investitionen auf 20 Kernmärkte, die etwa 80 Prozent des Branchenumsatzes ausmachen.

Durch gezielte Preissetzung soll der Zigarettenumsatz dennoch mittelfristig um durchschnittlich 1 bis 2 Prozent pro Jahr zulegen. Flankiert wird der Kurs von Sparprogrammen: Zwischen 2026 und 2030 strebt der Konzern Produktivitätseinsparungen von 2 Milliarden Pfund an. Bis 2028 sollen zudem annualisierte Einsparungen von 700 Millionen Pfund aus dem Restrukturierungsprogramm Fit2Win hinzukommen.

Analystenlob und bestätigte Jahresziele

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen seine Prognose. Beim Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent und beim bereinigten operativen Gewinnwachstum von 4 bis 6 Prozent wird jeweils das untere Ende der Spanne anvisiert.

Beim bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie wird ein Zuwachs in der Mitte der Zielmarke von 5 bis 8 Prozent erwartet. Bis zum Jahresende soll zudem der Verschuldungsgrad wieder in den Zielkorridor des 2,0- bis 2,5-fachen operativen Ergebnisses zurückkehren.

An der Börse fand die strategische Ausrichtung bei Experten Anklang. Das Analysehaus Jefferies stufte die Aktie weiterhin mit „Buy“ ein und hob das Kursziel von 5.500 auf 5.600 Pence an.

Analyst Andrei Andon-Ionita wertete die dargelegte Entwicklung auf der Investorenkonferenz als beruhigendes Signal für die Marktteilnehmer. Dennoch bleibt der Titel mit einem Abschlag von rund 7,8 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt vorerst in einer technisch anspruchsvollen Zone.

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