Broadcom Aktie: 30-Milliarden-Dollar-Vereinbarung mit Apple
Broadcom steht zwischen Rekordaufträgen von Apple und Samsung sowie massiven Insiderverkäufen. Die Quartalszahlen am 2. September könnten die Richtung vorgeben.

- Insiderverkäufe erreichen 24 Millionen Dollar
- Apple-Deal über 30 Milliarden Dollar
- Samsung-Partnerschaft für KI-Chips möglich
- VMware-Sicherheitslücke und Lizenzkosten belasten
Broadcom steckt zwischen zwei Erzählungen. Auf der einen Seite füllen Milliarden-Aufträge aus der Chipsparte die Auftragsbücher, auf der anderen Seite verkaufen Führungskräfte Aktien im großen Stil, während sich Anleger von der Aktie abwenden. Der Kurs notiert am Mittwoch bei 327,65 Euro und damit kaum verändert zum Vortag, doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro beträgt inzwischen 24 Prozent.
Insiderverkäufe summieren sich auf 24 Millionen Dollar
Aus Pflichtmitteilungen geht hervor, dass Direktorin Gayla J. Delly Anfang Juli 1.890 Aktien verkaufte, während Insider Mark David Brazeal im selben Zeitraum 25.000 Aktien abgab. Beide Transaktionen zusammen brachten rund 10 Millionen Dollar ein. Über die vorangegangenen 90 Tage summierten sich die Insiderverkäufe auf etwa 24 Millionen Dollar.
Solche Verkäufe sind für sich genommen kein Alarmsignal, doch sie fallen in eine Phase, in der die Aktie bereits unter Druck steht: Binnen sieben Tagen verlor das Papier 9,3 Prozent, auf Monatssicht steht ein Minus von 0,9 Prozent. Der RSI von 39,8 signalisiert eine eher schwache Marktstimmung, ohne bereits überverkauft zu sein.
Gegenläufig dazu meldete Quantum Financial Partners LLC den Zukauf von 1.801 Broadcom-Aktien im Wert von rund 681.000 Dollar im zweiten Quartal – ein Hinweis darauf, dass institutionelle Anleger die Schwäche teilweise zum Einstieg nutzen.
Milliardenaufträge von Apple und Samsung stützen die Chipsparte
Während die Finanzkonstruktion rund um die KI-Infrastruktur für Anthropic weiter Fragen aufwirft, liefert das Kerngeschäft handfeste Fortschritte. Anfang August besiegelten Apple und Broadcom eine mehrjährige Vereinbarung über 30 Milliarden Dollar zur Produktion von mehr als 15 Milliarden Chips in den USA.
Broadcom investiert im Zuge dessen 1,5 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Fertigung in Fort Collins, Colorado. Kurz zuvor waren Berichte über eine mögliche Partnerschaft mit Samsung im Bereich kundenspezifischer KI-Chips aufgekommen, die Medienberichten zufolge über mehrere Jahre einen Wert von „mehreren hundert Milliarden Dollar“ erreichen könnte und Broadcoms ASIC-Geschäft deutlich ausbauen würde.
Diese Aufträge untermauern die Position, die Broadcom im Markt für High-End-Rechenzentrums-Switching hält: Das Unternehmen kontrolliert dort nach Medienberichten rund 80 Prozent des Marktes, wobei die Tomahawk-6-Plattform als zentraler Treiber für ein prognostiziertes KI-Umsatzvolumen von über 100 Milliarden Dollar im Jahr 2027 gilt.
VMware bleibt Belastungsfaktor
Parallel zu den Chip-Erfolgen sorgt die VMware-Sparte für Unruhe. Sicherheitsforscher bestätigten am Sonntag eine aktiv ausgenutzte kritische Sicherheitslücke im vCenter Syslog Server, die trotz eines im Juli veröffentlichten Notfall-Patches 361 IP-Adressen in 47 Ländern betrifft.
Zudem berichten Kunden von Lizenzkostensteigerungen zwischen dem Fünf- und Zehnfachen im Zuge der Umstellung auf gebündelte VMware-Cloud-Foundation-Abonnements. Broadcom selbst hält am 31. August bis 3. September die VMware Explore 2026 in Las Vegas ab, bei der Cloud Foundation und KI-native Private-Cloud-Skalierung im Zentrum stehen sollen.
Für Anleger rückt nun der 2. September in den Fokus: Dann legt Broadcom die Quartalszahlen für das dritte Fiskalquartal vor. Der Konsens erwartet einen Umsatz von 29,44 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 3,24 Dollar. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen den positiven Signalen aus dem Chipgeschäft und den Belastungen aus VMware und den Finanzierungsfragen rund um die KI-Plattform schwanken.
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