Broadcom Aktie: OpenAI setzt auf Jalapeño
Broadcom erholt sich dank KI-Chip-Partnerschaft mit OpenAI und starkem Netzwerkgeschäft. Analysten sehen langfristiges Potenzial.

- OpenAI-Chip "Jalapeño" vorgestellt
- Broadcom mit Vorsprung bei Netzwerktechnik
- Analysten bestätigen positive Ratings
- VMware-Integration bleibt Diskussionsthema
Broadcom hat eine turbulente Phase hinter sich. Nach einem Kursrutsch von gut 21 Prozent innerhalb von 30 Tagen zeigt die Aktie nun erste Erholungszeichen. Am Freitag legte das Papier um 3,41 Prozent auf 325,95 Euro zu, auf Wochensicht steht ein Plus von 1,53 Prozent.
Der Rückschlag der vergangenen Wochen relativiert sich im größeren Bild. Seit Jahresbeginn liegt Broadcom mit knapp 10 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit über 39 Prozent. Technisch bewegt sich die Aktie oberhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 311,34 Euro, bleibt aber unterhalb der 50-Tage-Linie bei 352,00 Euro. Das Rekordhoch vom 3. Juni bei 429,60 Euro liegt noch gut 24 Prozent entfernt.
OpenAI setzt auf eigenen Chip
Der eigentliche Treiber der jüngsten Erholung kommt aus der Chip-Entwicklung. Am 24. Juni stellte OpenAI gemeinsam mit Broadcom den Beschleuniger „Jalapeño“ vor — einen speziell für die Inferenz großer Sprachmodelle entwickelten Chip. Das Projekt markiert einen strategischen Schritt: OpenAI will seine Abhängigkeit von klassischen GPU-Lösungen verringern.
Bemerkenswert ist das Entwicklungstempo. Der komplette Tape-out-Zyklus dauerte nur neun Monate. Broadcom lieferte dafür die Chip-Implementierung, die Hochleistungs-Netzwerktechnik der Tomahawk-Serie sowie fortschrittliches Packaging. Erste Testmuster laufen bereits mit GPT-5.3-Workloads im Labor, der breite Rollout mit Partner Microsoft ist für Ende 2026 geplant.
Parallel dazu baut Broadcom seine Position im Netzwerkgeschäft aus. Der Tomahawk-6-Switch-Chip mit einer Kapazität von 102,4 Terabit pro Sekunde läuft seit dem 12. März in Serienproduktion. Branchenberichten zufolge liegt Broadcom damit etwa zwei Quartale vor Nvidia, dessen Spectrum-X1600-Serie erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Serie gehen soll. Der Vorsprung zählt: Hyperscaler stellen ihre Infrastruktur gerade auf 1,6T-Ethernet um, um wachsende KI-Cluster zu versorgen.
Analysten sehen TPU-Programm auf Kurs
Auch von der Analystenseite kamen zuletzt stützende Signale. JPMorgan-Analyst Harlan Sur bestätigte in einer Notiz vom 17. Juni sein „Overweight“-Rating mit Kursziel 580 Dollar. Er adressierte damit gezielt Marktsorgen um das TPU-v9-Programm mit Google — das 2-Nanometer-Projekt liege „fest im Zeitplan“ für den Produktionsstart 2028.
JPMorgan rechnet zudem damit, dass Broadcoms KI-Auftragsbestand bis 2027 auf über 150 Milliarden Dollar wächst, nach zuvor 120 Milliarden. Treiber seien mehrjährige Verträge mit Google, Meta und Anthropic.
Jefferies bekräftigte am 30. Juni sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 550 Dollar. Die Bank verwies auf den intakten TPU-Fahrplan und die wachsende Diversifizierung im Custom-Silicon-Geschäft. Den jüngsten Kursrückgang stuft Jefferies als attraktiven Einstiegspunkt für langfristig orientierte Anleger ein.
VMware bleibt Dauerthema
Neben dem KI-Geschäft wirkt auch die VMware-Integration nach. Broadcom hatte das Unternehmen im November 2023 übernommen und im Dezember desselben Jahres das Lizenzmodell umgestellt. Aus unbefristeten Lizenzen wurde ein reines Abo-Modell. Diese Umstellung liegt zwar bereits über zwei Jahre zurück, sorgt bei Kunden aber weiterhin für Diskussionen.
Für die kommenden Monate bleibt der Blick auf zwei Fixpunkte gerichtet: den für Ende 2026 geplanten Großeinsatz von „Jalapeño“ mit Microsoft und den Produktionsstart des TPU-v9-Programms mit Google im Jahr 2028. Beide Projekte gelten als zentrale Bausteine für Broadcoms milliardenschweren Auftragsbestand im KI-Segment.
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